Schützt Sport vor Substanzabhängigkeit?

12.03.2025

Eine aktuelle Studie legt nahe: Regelmäßiger Sport steht mit einem geringerem Risiko für problematischen Drogenkonsum in Verbindung.

Bild: frenky362 / stock.adobe.com

„Hast du dir schon mal Sorgen gemacht wegen deines Cannabiskonsums?“ Das ist eine von mehreren Fragen, mit denen die Schwere einer möglichen Substanzabhängigkeit im Rahmen des „Global Drug Survey“ erfasst wird. Jährlich nehmen tausende Menschen weltweit an der Befragung teil.

Ein Forschungsteam aus Australien und dem Vereinigten Königreich hat den Datensatz aus 2018 ausgewertet. Über 57.000 Menschen hatten darin Angaben sowohl zu ihrem Drogenkonsum gemacht als auch zu der Frage, wie oft sie Sport treiben. So legen frühere Forschungsarbeiten nahe, dass Sport mit einem geringeren Risiko für eine Substanzabhängigkeit verbunden ist. Studienleiter Baldur Jón Gústafsson und sein Team habe sich diesen Zusammenhang genauer angeschaut.

Die Forschenden konnten für fünf Drogen tatsächlich einen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Sporttreibens und Substanzabhängigkeit nachweisen. Demzufolge war die Abhängigkeit von Cannabis, MDMA, Kokain, Amphetamin oder Methamphetamin niedriger ausgeprägt, wenn die Personen regelmäßig sportlich aktiv waren. Für andere Drogen wie Ketamin, GHB, Mephedron fand sich kein Zusammenhang. Alkohol und Tabak waren nicht Gegenstand der Befragung.

Kein ursächlicher Nachweis, aber Erklärungsmodell für Zusammenhang

Die Forschenden geben allerdings zu bedenken, dass ihre Studie keine ursächliche Beziehung nachweisen kann. Ob Sport Abhängigkeitssymptome reduziert oder ob dieser Zusammenhang durch andere Faktoren wie ein generell gesünderer Lebensstil bedingt ist, lasse sich aus den Ergebnissen nicht ableiten.

Es gäbe aber ein Erklärungsmodell, demzufolge Sport an den gleichen Rezeptoren im Gehirn wirksam ist wie Drogen. So nimmt Sport Einfluss auf das Belohnungssystem und könne dadurch den Suchtdruck reduzieren und Entzugssymptome lindern. Eine andere Studie hat beispielsweise gezeigt, dass ein Entzugssyndrom bei Drogenkonsum um so geringer ausfällt, je intensiver Sport betrieben wird. Intensiv bedeutet, dass beispielsweise das Joggingtempo so hoch ist, dass man nicht mehr durchgängig reden kann.

 

Quelle:

Gústafsson, B. J., Puljević, C., Davies, E. L., Barratt, M. J., Ferris, J., Winstock, A. & Piatkowski, T. (2024). Sweating for Sobriety: Exploring the Relationship Between Exercise Engagement and Substance Use Disorders. Journal of Psychoactive Drugs, https://doi.org/10.1080/02791072.2024.2311143.

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