Sport hilft beim Drogenentzug

05.12.2014

Einer neuen Studie zufolge haben Drogenkonsumierende weniger Entzugserscheinungen, weniger depressive Symptome und sind mit höherer Wahrscheinlichkeit dauerhaft abstinent, wenn sie beim Drogenentzug regelmäßig sportlich aktiv sind. Dafür müssen sich die Betroffenen nicht mal körperlich verausgaben.

Rote Tartanbahn mit aufgemaltem Schriftzug

Bild: © istock.com / stevanovicigor

Egal ob Laufen, Radfahren oder Rudern, wer regelmäßig Sport treibt, lebt gesünder. Sport hilft sogar, widerstandsfähiger gegen bestimmte Drogen zu sein. Aber kann Sport Süchtigen auch dabei helfen, ihren Konsum einzustellen?

Es sind bereits eine Reihe von Studien zu diesem Thema durchgeführt worden. So konnte erst kürzlich gezeigt werden, dass die Rückfallgefahr beim Cannabisentzug niedriger ausfällt, wenn die Betroffenen sportlich aktiv sind. Ein chinesisches Forschungsteam ist nun einen Schritt weitergegangen und hat alle verfügbaren Einzelstudien zu diesem Thema zusammenfassend analysiert, um zu ermitteln, wie effektiv Sport beim Entzug von Alkohol, Nikotin und illegalen Drogen ist. Mehr als 3.000 Einzelstudien hat das Team gesichtet. Nach Anlegen eines strengen Kriterienkatalogs wurden schließlich 22 Studien in die Meta-Analyse einbezogen.

Ausgewählt wurden nur experimentelle Untersuchungen, in denen Personen mit einer diagnostizierten Abhängigkeit regelmäßig zu sportlicher Aktivität angehalten wurden. In jeder Studie gab es zudem jeweils eine Vergleichsgruppe von Teilnehmenden, die im Rahmen ihrer Behandlung keine sportliche Aktivität durchführte.

Größter Effekt bei illegalen Drogen

Die Ergebnisse waren eindeutig: Entzugsbehandlungen, die körperliche Aktivität beinhalten, erzielten höhere Abstinenzquoten und reduzierten die Entzugssymptomatik stärker als Behandlungen ohne körperliche Aktivität. Der Effekt von Sport wirkte sich auch auf das generelle Befinden aus. Bei den körperlich Aktiven nahmen depressive Symptome und Ängstlichkeit stärker ab als in den Kontrollgruppen.

Den größten Einfluss hatte Sport bei den Konsumierenden illegaler Drogen. Hier war der Effekt stärker ausgeprägt als bei Nikotin- oder Alkoholabhängigen. Das Team um Studienleiter Chenglin Zhou vermutet, dass dies an unterschiedlichen Wirkmechanismen der Substanzen liegt. Sport scheint somit einen besonders starken Einfluss auf die Hirnprozesse zu haben, die bei illegalen Drogen eine Rolle spielen.

Es muss nicht immer Ausdauersport sein

In der Studie wurden neben den typischen Ausdauersportarten auch fernöstliche „Mind & Body“-Aktivitäten wie Tai-Chi, Yoga oder Qigong untersucht. Der Vergleich unterschiedlicher Aktivitäten zeigte, dass fernöstliche Sportarten die Abstinenzrate in gleichem Maße verbessern wie klassischer Ausdauersport.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schließen daraus, dass selbst Sportarten mit einer eher moderaten körperlichen Intensität effektiv beim Ausstieg aus der Sucht helfen können. Möglicherweise könne die entspannende Wirkung der „Mind & Body“-Methoden einen positiven Effekt auf den Erfolg der Drogentherapie haben. Es kommt also nicht so sehr darauf an, sich körperlich zu verausgaben, vielmehr scheint es wichtig zu sein, generell Körper und Geist zu aktivieren, um den Drogenentzug effektiv zu unterstützen.

Quelle:
Wang, D., Wang, Y., Wang, Y., Li, R., Zhou, C. (2014). Impact of Physical Exercise on Substance Use Disorders: A Meta-Analysis. PLoS ONE, 9(10): e110728.

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