Sport verbessert kognitive Leistungen nach Ausstieg aus Cannabiskonsum

18.01.2019

Sport hält nicht nur fit. Regelmäßige körperliche Ertüchtigung hilft auch unseren grauen Zellen auf die Sprünge. Einer aktuellen Studie zufolge scheinen sich die Hirnleistungen von ausstiegswilligen Kiffern stärker zu erholen, wenn sie regelmäßig Sport treiben.

Junger Mann mit Nerdbrille stemmt Langhantel

Bild: frenky362 / stock.adobe.com

Häufiger Cannabiskonsum wirkt sich meist ungünstig auf den Denkapparat aus. Gedächtnis und Konzentrationsfähigkeit leiden, ganz zu schweigen von dem Risiko einer Abhängigkeit. Studien zufolge erholt sich das Gehirn jedoch, wenn Kiffer ihren Cannabiskonsum einstellen. Dies trifft einer aktuellen Studie zufolge ganz besonders auf jene Konsumierenden zu, die sich körperlich fit halten.

Ein Forschungsteam der University of Wisconsin-Milwaukee in den USA hat diesen Effekt nachweisen können. An der Studie haben 79 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 16 und 26 teilgenommen. 37 von ihnen hatten im letzten Jahr mindestens wöchentlich gekifft. Im Schnitt waren es 423 Joints in den letzten 12 Monaten. Die übrigen Teilnehmenden hatten nur wenig Erfahrung mit Cannabis. Die körperliche Fitness beider Gruppen war zu Beginn der Studie in etwa vergleichbar.

Alle Teilnehmenden mussten die nächsten drei Wochen abstinent bleiben und durften weder Cannabis rauchen noch Alkohol trinken oder eine andere Droge konsumieren. Mit Hilfe von Urin- und Schweißtests kontrollierten Studienleiterin Krista Lisdahl und ihr Team, ob sich die Teilnehmenden an das Abstinenzgebot hielten. Am Ende der dritten Woche durchliefen die Teilnehmenden eine umfangreiche Testbatterie zur Überprüfung ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit. Zusätzlich absolvierten sie einen körperlichen Belastungstest.

Dauerkiffer mit Defiziten bei Hirnleistungen

Dauerkiffer schnitten dabei schlechter ab, als die Teilnehmenden der Kontrollgruppe. Es zeigte sich eine Dosis-Wirkungs-Beziehung: Je mehr die Personen in den letzten 12 Monaten gekifft hatten, desto schlechter war ihre Performance bei bestimmten Aufgaben. Ihr Gehirn hat sich offenkundig auch nach drei Wochen Abstinenz noch nicht ganz erholt.

Wurden die ehemaligen Cannabiskonsumierenden anhand ihres aktuellen Fitnesslevels verglichen, so zeigten die körperlich fitteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer jedoch bessere kognitive Leistungen als die weniger fitten. Kiffer, die sich regelmäßig sportlich betätigten, haben somit innerhalb der ersten drei Wochen des Cannabisausstiegs schneller regeneriert und zeigten deutlich bessere Hirnleistungen als die Sportmuffel unter den Kiffern.

Sport kann generell kognitive Leistungen verbessern

Das Forschungsteam nennt eine Reihe von neurophysiologischen Mechanismen, die vermutlich zur besseren Hirnleistung beitragen. So sei bekannt, dass Sport die Neuentstehung und das Wachstum von Nervenzellen fördert. Zudem verstärke sich nicht nur die Aktivität von Cannabinoidrezeptoren, sondern erhöhe sich auch der Level an körpereigenen Cannabinoiden. Haben sich die Cannabisrezeptoren über einen langen Zeitraum an den Cannabiswirkstoff THC gewöhnt, könne Sport bei Cannabisabstinenz den Wegfall des Wirkstoffs THC ausgleichen.

Sport scheint somit eine einfache Möglichkeit zu sein, beim Cannabisausstieg auch im Kopf schneller wieder fit zu werden. Darüber hinaus ist bekannt, dass sportliche Aktivitäten helfen, die ersten Tage der Abstinenz zu überstehen.

Quelle:
Wade, N. E., Wallace, A. L., Swartz, A. M. & Lisdahl, K. M. (2018). Aerobic Fitness Level Moderates the Association Between Cannabis Use and Executive Functioning and Psychomotor Speed Following Abstinence in Adolescents and Young Adults. JINS, https://doi.org/10.1017/S1355617718000966.

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