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 HomeNews > Kiffen erhöht Risiko für Schäden am Zahnfleisch

16.11.2018

Kiffen erhöht Risiko für Schäden am Zahnfleisch

Wer Cannabis konsumiert, hat einer aktuellen Studie zufolge ein erhöhtes Risiko für Parodontitis. Die Folgen sind Zahnfleischbluten, Entzündungen des Zahnfleischs bis hin zum Zahnverlust.

Gebiss beißt auf Grashalm

Bild: pontchen / photocase.de

Tabakrauchen ist schlecht ist für die Zähne. Das ist bekannt. Doch auch wer öfter an einem Joint zieht, scheint seine Zahngesundheit zu gefährden und häufiger an einer Parodontitis zu erkranken. Dabei kommt es zu Blutungen und Entzündungen im Zahnfleisch. In der Folge geht das Zahnfleisch zurück, die Zähne können sich lockern bis hin zum Zahnausfall. Eine nicht behandelte Parodontitis geht zudem mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Herzerkrankungen, Diabetes und Risikoschwangerschaften einher, warnt die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie.

Cannabis als unterschätzter Risikofaktor

Die eigentliche Ursache für die Entstehung einer Parodontitis sind Bakterien in den Zahnbelägen. Bestimmte Risikofaktoren wie vermehrter Stress, Diabetes und vor allem Tabakrauchen erhöhen jedoch das Risiko für die Entstehung der Erkrankung. Der Verlauf einer Parodontitis ist bei rauchenden Personen zudem schwerer, die Zähne werden schneller locker und gehen häufiger verloren.

Auch der regelmäßige Konsum von Cannabis scheint ein Risikofaktor für die Entstehung einer Parodontitis zu sein. Das zeigte eine Studie unter der Leitung von Jaffer Shariff und seinem Team vom Columbia University College in New York. Annähernd 2.000 Personen im Alter zwischen 30 und 59 Jahren wurden dafür zu ihrem Cannabiskonsum und anderen Gesundheitsaspekten befragt und zahnmedizinisch untersucht. Dabei zeigte sich, dass Parodontitis eine weit verbreitete Krankheit ist: Fast 7 von 10 Personen in der Stichprobe erfüllten die Kriterien einer schweren Form von Parodontitis.

70 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für schwere Parodontitis

Im Vergleich zu Personen, die nicht oder nur gelegentlich Cannabis konsumierten, litten die regelmäßigen Kiffer in der Studie allerdings mit einer etwa 70 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit an einer schweren Parodontitis. Als regelmäßiger Konsum galt ein mindestens monatlicher Cannabiskonsum in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung.

Im Rahmen der zahnmedizinischen Untersuchung wurden bei regelmäßigen Kiffern zudem mehr Zahnfleischtaschen gefunden. Das sind Lücken, die sich aufgrund des Zahnfleischrückgangs zwischen dem Zahnfleisch und den Zähnen herausbilden. Nicht nur waren die Taschen tiefer als in der Vergleichsgruppe, auch die Zähne der Cannabiskonsumierenden saßen lockerer im Gebiss.

Wurden nur solche Cannabiskonsumierenden betrachtet, die noch nie Tabak geraucht hatten, war das Risiko für eine schwere Parodontitis im Vergleich zu Nicht-Kiffern sogar doppelt so hoch. Andere wichtige Einflussfaktoren wie Alter und Geschlecht, die ethnische Zugehörigkeit, das Vorliegen von Diabetes sowie der Konsum von Alkohol wurden ebenfalls in den Analysen berücksichtigt.

Zusammenhänge bekannt, Ursache unklar

Vorhergehende Studien hatten den Zusammenhang von Cannabiskonsum und Zahnfleischerkrankungen bereits in anderen Stichproben gefunden. Laut Shariff und seinem Team verdichten sich durch die aktuelle Studie also die Hinweise darauf, dass der Konsum von Cannabis tatsächlich ein eigenständiger Risikofaktor für Parodontitis bei jungen Erwachsenen ist - auch unabhängig vom bereits gut dokumentierten Risiko durch Tabakrauchen.

Warum der Cannabiskonsum das Parodontitisrisiko erhöht, ist allerdings weitestgehend unklar. Vermutet wird ein Einfluss der im Cannabis enthaltenen Cannabinoide auf Hormone, die die Immunreaktion von Zellen steuern. In kommenden Studien sei es deshalb wichtig, die eigentlichen Wirkzusammenhänge wissenschaftlich zu untersuchen.

Quellen:

  • Shariff, J. A., Ahluwalia, K. P. & Papapanou, P. N. (2018). Relationship Between Frequent Recreational Cannabis (Marijuana and Hashish) Use and Periodontitis in Adults in the United States: National Health and Nutrition Examination Survey 2011 to 2012. J Periodontol, 88(3), 273-280.
  • Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e. V. (2014). Parodontitis.
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