Home > News > Aktuelle Meldungen > Über 300 Mutationen durch Rauchen
09.12.2016
Rauchen verursacht Krebs, weil die Inhaltsstoffe das Erbgut unserer Zellen schädigen. Ein internationales Forschungsteam hat nun erstmals aufdecken können, in welchem Umfang Tabakrauch Mutationen verursacht.

Bild: norman blue / Fotolia.com
In jeder Zelle unseres Körpers wird das Erbgut in der DNA gespeichert. Wie eine verdrehte Strickleiter windet sich das DNA-Molekül, dessen „Sprossen“ unsere Gene bilden. Schäden an der DNA werden als Mutationen bezeichnet. Hierfür gibt es körpereigene und äußere Ursachen.
Tabakrauch gilt als die größte einzelne vermeidbare Krebsursache. Im Tabakrauch sind mindestens 60 krebserregende Stoffe enthalten, die mindestens 17 verschiedene Krebserkrankungen auslösen können. Eine Studie hat nun erstmals den Zusammenhang zwischen der Anzahl täglich gerauchter Zigaretten und der Anzahl an Mutationen in den Körperzellen ermittelt.
Wer ein Jahr lang eine Schachtel Zigaretten am Tag raucht, verursacht demnach durchschnittlich etwa 150 Mutationen in jeder Lungenzelle. Doch auch in anderen Körperregionen sind die Spuren des Tabakrauches zu finden. Das Forschungsteam fand heraus, dass durch regelmäßiges Rauchen insgesamt mehr als 300 Mutationen auftreten.
Im Rahmen der Studie wurden die Gene von Krebszellen von mehr als 3.000 rauchenden und nichtrauchenden Personen mit einer Krebserkrankung analysiert. „Aus den Genen von jeder Krebserkrankung kann eine Art ‚archäologische Geschichte‘ über die Ursache der Mutation abgelesen werden, die zur Entwicklung von Krebs geführt hat“, erläutert Studienleiter Mike Stratton.
Das Forschungsteam hat nach bestimmten Genen gesucht, die es als Gensignaturen bezeichnet. Die Frage war, ob bestimmte Gensignaturen häufiger bei Raucherinnen und Rauchern mit einer Krebserkrankung auftraten als bei Krebspatienten, die niemals geraucht hatten. Die Forscherinnen und Forscher konnten so mehr als 20 Gensignaturen identifizieren, die in Zusammenhang stehen mit Tabakrauchen.
„Mutationen, die durch krebserregende Stoffe im Tabak verursacht wurden, haben wir überwiegend in Organen gefunden, die direkten Kontakt zum inhalierten Tabakrauch haben“, erläutert David Phillips, Mitautor der Studie. „Andere Körperzellen wurden hingegen nur indirekt geschädigt. Denn Tabakrauch scheint die zentralen Mechanismen in diesen Zellen zu beeinflussen, was zu Mutation in der DNA führt.“
Von den krebserregenden Wirkungen des Tabaks sind somit nicht nur Organe betroffen, die dem Tabakrauch direkt ausgesetzt sind. Beispielsweise haben die Forscherinnen und Forscher auch in der Leber und der Blase krankhafte Veränderungen entdeckt. Diese konnten sie anhand der Gensignaturen auf den Tabakkonsum zurückführen. Die Studienergebnisse bestärken somit die Theorie, dass Tabakrauch die Zahl der Mutationen im Körper insgesamt erhöht und dadurch generell das Krebsrisiko von Raucherinnen und Raucher zunimmt.
Quellen:
Cannabis und Tabak haben ähnliche Folgen für die Blutgefäße (16.07.2025)
Sind Cannabis und Nikotin immer noch „Freunde“? (23.04.2025)
Gute Schule, schlechte Schule oder was diese mit Rauschtrinken und Rauchen zu tun hat (01.05.2024)
Langeweile kann zum Konsum von Alkohol, Cannabis oder Tabak verleiten (03.01.2024)
Kombination von Alkohol und Zigaretten macht Lust auf mehr (25.01.2023)Webanalyse / Datenerfassung
Wir möchten diese Website fortlaufend verbessern. Dazu wird um Ihre Einwilligung in die statistische Erfassung von Nutzungsinformationen gebeten. Die Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden.
Welcher Dienst wird eingesetzt?
Matomo
Zu welchem Zweck wird der Dienst eingesetzt?
Erfassung von Kennzahlen zur Webanalyse, um das Angebot zu verbessern.
Welche Daten werden erfasst?
IP-Adresse (wird umgehend anonymisiert)
Gerätetyp, Gerätemarke, Gerätemodell
Betriebssystem-Version
Browser/Browser-Engines und Browser-Plugins
aufgerufene URLs
die Website, von der auf die aufgerufene Seite gelangt wurde (Referrer-Site)
Verweildauer
heruntergeladene PDFs
eingegebene Suchbegriffe.
Die IP-Adresse wird nicht vollständig gespeichert, die letzten beiden Oktette werden zum frühestmöglichen Zeitpunkt weggelassen/verfremdet (Beispiel: 181.153.xxx.xxx).
Es werden keine Cookies auf dem Endgerät gespeichert. Wird eine Einwilligung für die Datenerfassung nicht erteilt, erfolgt ein Opt-Out-Cookie auf dem Endgerät, welcher dafür sorgt, dass keine Daten erfasst werden.
Wie lange werden die Daten gespeichert?
Die anonymisierte IP-Adresse wird für 90 Tage gespeichert und danach gelöscht.
Auf welcher Rechtsgrundlage werden die Daten erfasst?
Die Rechtsgrundlage für die Erfassung der Daten ist die Einwilligung der Nutzenden nach Art. 6 Abs. 1 lit. a der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die Einwilligung kann auf der Datenschutzseite jederzeit widerrufen werden. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Datenverarbeitung bleibt davon unberührt.
Wo werden die Daten verarbeitet?
Matomo wird lokal auf den Servern des technischen Dienstleisters in Deutschland betrieben (Auftragsverarbeiter).
Weitere Informationen:
Weitere Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten finden sich in den Datenschutzhinweisen.