Home > News > Aktuelle Meldungen > Wer häufig Cannabis konsumiert, verspürt weniger Vorfreude
04.02.2026
Eine US-amerikanische Studie legt nahe: Junge Menschen riskieren ihre Fähigkeit, Vorfreude zu empfinden, wenn sie kiffen.

Bild: Panuawat Dangsungnoen / iStock.com
Vorfreude ist die schönste Freude, heißt es. Davon zu unterscheiden ist die Freude, die man empfindet, während man etwas Schönes erlebt. Ist die Fähigkeit, Freude oder Vorfreude zu empfinden, generell gemindert, kann eine psychische Störung wie Anhedonie vorliegen.
Studien legen nahe, dass Cannabiskonsum mit Anhedonie in Zusammenhang stehen kann. Vor allem Jugendliche gelten als gefährdet. Ein Forschungsteam aus den USA hat sich das Thema genauer angeschaut und untersucht, ob beide Arten von Anhedonie betroffen sind, also die geminderte Vorfreude und die eingeschränkte Freude beim Erleben. Die Fachbegriffe lauten: antizipatorische Anhedonie und konsumatorische Anhedonie.
Studienleiterin Tram Nguyen und ihr Team haben 153 junge Menschen in ihrer Untersuchung einbezogen. Das Durchschnittsalter lag bei 16 Jahren. Etwa ein Drittel von ihnen konsumierte Cannabis. Allen gemeinsam war, dass sie entweder depressive Symptome oder Angststörungen zeigten. Die Frage war: Wie steht es um junge Menschen mit psychischen Problemen, wenn sie zusätzlich Cannabis konsumieren?
Die Ergebnisse belegten Unterschiede bei der Art der Anhedonie: Jugendliche, die Cannabis konsumierten, waren stärker von antizipatorischer Anhedonie betroffen als Jugendliche, die nie gekifft oder nur einmal probiert hatten. Die Fähigkeit, Vorfreude zu empfinden, war umso geringer ausgeprägt, je häufiger die Jugendlichen Cannabis konsumierten. Die konsumatorische Anhedonie, also die geminderte Freude während des Erlebens von schönen Dingen, war hingegen nicht betroffen.
Nguyen und ihr Team diskutieren unterschiedliche Gründe für diesen speziellen Zusammenhang zwischen Cannabis und der Erwartung positiver Erlebnisse. Eine zentrale Rolle könnte die Gehirnentwicklung Jugendlicher und speziell die Ausreifung des Belohnungssystem spielen. Belohnungserwartung und Belohnungserleben würden demnach in unterschiedlichen Arealen verarbeitet. Möglich sei, dass Cannabis diese Regionen unterschiedlich beeinträchtigt.
Denkbar sei auch, dass Jugendliche mit vorhandenen motivationalen Problemen eher dazu neigen, zu Cannabis zu greifen. Ob Cannabis die freudige Erwartung an etwas Schönes mindert oder ob Jugendliche mit ohnehin geringer ausgeprägter Vorfreude häufiger zu Cannabis greifen, lässt sich mit den vorliegenden Daten nicht klären. Möglicherweise trifft beides zu. Die Forschenden betonen daher, dass Cannabis ein zusätzlicher Belastungsfaktor sein könnte, wenn Jugendliche depressive Symptome erleben.
Daher sei es nach Aussagen der Forschenden wichtig, frühzeitig zu erkennen, ob junge Menschen Probleme mit der Motivation und der Stimmung haben und ihnen Hilfe anzubieten.
Wer seinen Cannabiskonsum testen möchte, kann dies mit dem Selbsttest Cannabis Check tun. Kostenlose anonyme Hilfe und Beratung gibt es in der täglichen Chatsprechstunde, in der E-Mail-Beratung oder im mehrwöchigen Beratungsprogramm Quit the Shit. Weitere Hilfemöglichkeiten bei akuten Problemen:
Quelle:
Angststörungen gehen mit häufigerem Cannabiskonsum einher (26.11.2025)
Mehr Psychosen nach der Cannabis-Legalisierung? (10.12.2025)
Reduzierte Gehirnaktivierung bei starkem Cannabiskonsum (26.02.2025)
Cannabis ist keine Hilfe bei Schlafproblemen (08.10.2025)Webanalyse / Datenerfassung
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