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Wenn Sonne süchtig macht

August 2006

Suchtforschung am Strand

Eine Forschungsgruppe aus den USA hat sich im Dienste der Wissenschaft in die Sonne begeben, um das Verhalten der Sonnenanbeter näher zu untersuchen. Sie befragten 145 Strandgänger am Golf von Mexiko nach ihren Gewohnheiten. Der dabei verwendete Fragebogen orientierte sich an international anerkannten Verfahren zur Identifizierung einer Abhängigkeit von Substanzen wie Alkohol oder illegalen Drogen. Dabei wurden Fragen gestellt wie „Versuchen Sie, weniger Zeit in der Sonne zu verbringen und merken, dass Sie trotzdem wieder zum Sonnenbaden gehen?“ oder „Haben Sie schon einmal einen Termin verpasst, weil Sie sich entschieden, zum Strand/Sonnen zu gehen?“

Tanorexie - die Sucht nach Sonne

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass 53 Prozent der Befragten die Kriterien einer Abhängigkeit erfüllen. Das heißt, sie sind süchtig nach einer regelmäßigen und erhöhten „Dosis“ Sonne, in der Medizin auch „Tanorexie“ genannt. Wie die Abhängigkeit ausgelöst wird, ist noch unbekannt. Frühere Studien, in denen die erhöhte Ausschüttung körpereigener Opiate vermutet wurde, konnten durch weitere Untersuchungen nicht bestätigt werden. Die Forscherinnen und Forscher wollen daher nun die Hirnströme von Sonnenbadenden aufzeichnen, um dem Mechanismus dieses Verhaltens auf die Schliche zu kommen.

Sonnenbaden wider besseren Wissens

Wenn die Haut braun wird, dann tut sie das, um die Zellen vor den gefährlichen ultravioletten Strahlen der Sonne zu schützen. Doch die dunkle Schicht aus Melanin, den dunklen Pigmenten, kann nur einen Teil der Strahlen auffangen. Ab einer gewissen Strahlendosis werden die Zellkerne geschädigt, was Störungen im Erbgut zur Folge hat. Normalerweise gelingt es dem Körper defekte Zellen zu reparieren. Wird die Haut immer wieder der Sonne ausgesetzt, ist der Körper bald überfordert. Im schlimmsten Falle entsteht daraus Hautkrebs. Die meisten Menschen wissen, dass zuviel Sonne ungesund ist, doch das hält manche nicht davon ab, sich über das gesunde Maß hinaus, den UV-Strahlen der prallen Sonne auszusetzen.

Was tun?

Wer sich gerne in die Sonne legt, sollte sich genau informieren, wie viel Sonne okay ist. Die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention nennt 10 Sonnenregeln, die das Risiko für schädliche Folgen in Grenzen halten. Dort finden sich auch weitere Informationen u. a. zur Früherkennung von Hautkrebs.

Und wie hältst du es? Bist du süchtig nach Sonne?

 

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