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Drogenlexikon

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Internetsucht

Begriff

Für viele Menschen ist das Medium Internet ein selbstverständlicher Bestandteil des Alltags, sei es zum Abrufen von E-Mails, zum Online-Shopping oder bei der Suche nach Informationen. Manche Personen zeigen jedoch ein extremes Nutzungsverhalten, das einen Großteil oder sogar die gesamte Freizeit beansprucht. Dieses Verhalten kann suchtähnliche Anzeichen aufweisen, weshalb auch von „Internetsucht“ gesprochen wird. Allerdings ist die Bezeichnung keine offizielle Diagnose. Der Internetsucht wird bislang nicht der Status einer eigenständigen Verhaltenssucht zugesprochen. Expertinnen und Experten sind sich noch nicht einig darüber, ob es eine eigenständige Internetsucht überhaupt gibt oder ob diesem Phänomen in den meisten Fällen nicht doch andere Erkrankungen zugrunde liegen und das vordergründige exzessive Verhalten nur als Symptom dessen zu werten ist.

Wichtig ist es daher, zunächst zu unterscheiden, ob eine Person vom Internet an sich abhängig ist oder ob das Internet lediglich als Medium für andere exzessive Verhaltensweisen genutzt wird. Es gibt Fallbeispiele in denen Personen das Internet für exzessives Computerspielen oder für Glücksspiele nutzen. In diesen Fällen ist eher von einer Computerspielsucht oder Glücksspielsucht auszugehen, das Internet wird lediglich als Plattform für das exzessive Verhalten genutzt.

Da das Internet eher als eine Art Überbegriff für verschiedenste Nutzungsmöglichkeiten zu sehen ist, werden verschiedene Internet-Anwendungen unterschieden, bei denen extreme Nutzungsmuster beobachtet werden können. Diese sind:

  • Pornografische Inhalte (Cybersex)
  • Suche nach sozialen Kontakten (Online-Bekanntschaften in Chatrooms, Foren etc.)
  • Online-Glücksspiele oder Online-Handel (Day-Trading, Shopping)
  • Exzessive Informationssuche (zwanghaftes „Surfen“)
  • Online-Computerspiele (so genannten Massive Multiplayer Online Games, MMOGs)

Abhängigkeitsentwicklung

Fallbeispiele zeigen, dass es extreme Formen der Internetnutzung gibt, bei der die Betroffenen alle anderen Alltagsdinge vernachlässigen. In der Literatur wird beispielsweise der Fall einer 43-jährigen Mutter beschrieben, die nicht übermäßig technologisch interessiert gewesen sein soll und keinerlei psychiatrischen Erkrankungen zeigte. Sie habe sich selbst sogar als „Computerphobikerin“ bezeichnet. Die Browseroberfläche ihres Providers habe es ihr aber besonders leicht gemacht, im Internet zu navigieren. Anfänglich hat sie auch nur ein paar Stunden pro Woche „gesurft“ und Chatrooms genutzt. Aber innerhalb von drei Monaten hat sie ihre Onlinezeit auf bis zu 60 Stunden pro Woche gesteigert. Sie hatte geplant, nur maximal 2 Stunden pro Tag online zu sein, doch blieb sie oft deutlich länger, manchmal bis zu 14 Stunden im Internet. In der Fachsprache wird dies als Kontrollverlust bezeichnet. Ein typisches Kennzeichen abhängigen Verhaltens. Darüber hinaus vernachlässigte die 43-Jährige zunehmend andere Kontakte, einschließlich ihrer eigenen Familie, und sie fühlte sich depressiv und nervös, wenn sie nicht online sein konnte.

Mit diesem Fallbeispiel wollte die Forscherin Kimberly Young einerseits zeigen, dass es tatsächlich exzessive Verhaltensmuster beim Internetgebrauch gibt. Andererseits wollte sie zum Ausdruck bringen, dass es nicht nur die jungen männlichen Computerfreaks mit einer Vorliebe für Fast Food sind, die den Bits und Bytes verfallen sind. Das Internet bzw. bestimmte Anwendungen darin würden das Potential haben, Menschen süchtig zu machen. Vor allem Chatrooms seien hier zu nennen.


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