Cannabisanbau in der Steinzeit

08.09.2021

Der Mensch hat vermutlich schon vor etwa 12.000 Jahren angefangen, Cannabis zu kultivieren. Die gezielte Züchtung zur Erhöhung der psychoaktiven Wirkung erfolgte allerdings später.

Bild: NordicMoonlight / istockphoto.com

Der Ursprung des Cannabisanbaus geht vermutlich weit zurück. Ein internationales Forschungsteam um den Biologen Luca Fumagalli hat aufgrund von Gen-Analysen ermittelt, dass die Kultivierung von Cannabis auf die frühe Jungsteinzeit vor etwa 12.000 Jahren zurückgeht. Cannabis wäre somit neben Weizen und Gerste eine der ersten Pflanzen, die von Menschen gezielt angebaut wurden. In der Jungsteinzeit, dem Neolithikum, wurden die Menschen zunehmend sesshaft und haben mit dem Ackerbau begonnen. Aus den vormaligen Jägern und Sammlern wurden Bauern.

Für ihre Studie haben Fumagalli und sein Team umfangreiche Gen-Analysen des Cannabiserbguts vorgenommen. Dazu untersuchten sie die Genome von 110 Exemplaren unterschiedlicher Herkunft. Als Genom wird die Gesamtheit aller Gene eines Chromosomensatzes bezeichnet. Die Proben stammen zum Teil von wildwachsenden Cannabispflanzen, die überwiegend in Asien, dem vermutetem Ursprung von Cannabis, gesammelt wurden. Zudem wurden gezüchtete Varianten aus mehreren Ländern herangezogen.

Gezielte Zucht zur Hanf- oder Drogenproduktion seit 4.000 Jahren

Bislang war nicht ganz klar, wo die Pflanze erstmals kultiviert wurde. Die Gen-Analysen lassen nun den Schluss zu, dass der Ursprung in Ostasien liegt und nicht in Zentralasien, wie bislang vermutet. Dieses Ergebnis decke sich nach Angaben des Forschungsteams auch mit Funden 12.000 Jahre alter Keramiken aus Süd-China und Taiwan, auf denen Abdrücke von Hanfschnüren zu erkennen sind.

Die aus den Genomen gewonnenen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Menschen vor etwa 4.000 Jahren angefangen haben, Cannabis gezielt zu unterschiedlichen Zwecken zu züchten. Die Zucht zielte darauf ab, entweder den Faseranteil für die Hanfproduktion zu erhöhen oder die psychoaktiven Eigenschaften zu verstärken. Dies habe jeweils zum Funktionsverlust von Genen geführt, die entweder für die Produktion des psychoaktiven Wirkstoffs THC oder von CBD zuständig sind. Psychoaktiver Cannabis enthält einen vergleichsweise hohen Anteil an THC und wenig CBD. Bei Cannabissorten, die als Hanf verwendet werden, ist das Verhältnis von THC zu CBD umgekehrt.

In der Folge seien die beiden Formen genetisch weitestgehend isoliert geblieben, während sich die Pflanze in allen Regionen der Welt ausbreitete. Die ursprüngliche Cannabispflanze sei vermutlich ausgestorben. „Es ist unwahrscheinlich, dass es sie noch gibt, da alle analysierten verwilderten Pflanzen genetisch nahe an Kultursorten sind und daher keine Population natürlichen Ursprungs darstellen“, erklärt Fumagalli.

 

Quellen:

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