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06.05.2026
Wer Tabak raucht und zusätzlich kifft, hat es wahrscheinlich schwerer, erfolgreich aus dem Rauchen auszusteigen, wie eine aktuelle Studie aus den USA nahelegt.

Bild: Addictive Stock / photocase.de
Der Vorsatz ist da, doch in der Umsetzung haperts. Der Ausstieg aus dem Rauchen gelingt nicht immer auf Anhieb. Das kann unterschiedliche Gründe haben. Zusätzlicher Cannabiskonsum zum Beispiel. Eine neue Studie aus den USA zeigt: Wer regelmäßig Cannabis konsumiert, hat geringere Chancen, erfolgreich aus dem Tabakrauchen auszusteigen als nicht-kiffende Personen.
Frühere Studien haben bereits zeigen können, dass Cannabis und Tabak eine enge Verbindung eingehen können. Laut Studienleiterin Erin McClure und ihrem Team hätten sie den Einfluss von Cannabis auf den Rauchausstieg aber erstmals im Rahmen einer mehrwöchigen Längsschnittstudie untersucht.
181 Erwachsene im Alter von 18 bis 40 Jahren haben an der Studie teilgenommen. Etwa zwei Drittel von ihnen konsumierten neben Tabak auch regelmäßig Cannabis. Die anderen Teilnehmenden rauchten ausschließlich Zigaretten. Alle nahmen an einem 12-wöchigen Rauchstopp-Programm teil. Das Programm beinhaltete die Gabe des Medikaments Vareniclin, wöchentliche Beratungsgespräche und bis zu 1.050 US-Dollar bei nachgewiesener Rauchabstinenz. Der Cannabiskonsum wurde hingegen nicht behandelt, aber erfasst.
Entscheidend war die Frage, ob die Personen am Ende der 12 Wochen rauchfrei waren, also mindestens sieben Tage in Folge keine Zigarette oder andere Tabakprodukte angerührt hatten. Zur Absicherung der Selbstauskünfte wurden auch Urintests gemacht.
Die Ergebnisse fielen eindeutig aus: Von den Teilnehmenden, die nur Tabak rauchten, waren am Ende der 12 Wochen rund 59 Prozent rauchfrei. Dies haben aber nur 33 Prozent der Personen geschafft, die zusätzlich Cannabis konsumierten.
Über den gesamten Zeitraum der Studie war die Ausstiegsrate in der Cannabis-Gruppe niedriger. Bei allen wöchentlichen Erhebungen zur Frage, ob sie in den letzten 7 Tagen geraucht haben, schnitt die Cannabis‑Gruppe schlechter ab. Schon von Beginn an sind weniger Personen mit zusätzlichem Cannabiskonsum den Rauchausstieg tatsächlich angegangen.
Überraschend war, dass es keinen Unterschied machte, wie oft Cannabis konsumiert wurde. Allerdings konsumierten fast alle Personen in der Cannabis‑Gruppe ohnehin sehr häufig, im Durchschnitt an 24 Tagen im Monat. Aus Sicht der Forschenden sei es durchaus denkbar, dass sich geringer Cannabiskonsum anders auswirkt als häufiges Kiffen.
Warum erschwert Cannabis den Rauchstopp? Die Forschenden können dazu nur Vermutungen anstellen. Ein wichtiger Aspekt sei, dass Tabak und Cannabis oft gemeinsam, beispielsweise im Joint, oder zumindest kurz nacheinander konsumiert werden.
Frühere Studien hätten gezeigt, dass sich die Wirkungen beider Substanzen gegenseitig verstärken können. So könne Nikotin die subjektiv erlebte Wirkung von Cannabis intensivieren. Der Cannabisrausch könne dadurch das Verlangen nach Zigaretten erhöhen.
„Dies deutet darauf hin, dass der gleichzeitige Konsum einen größeren Schaden und eine größere Gefahr für den Ausstieg darstellen könnte als andere Formen des Co-Konsums, bei denen der zeitliche Abstand größer ist“, erklären die Forschenden.
Einschränkend ist zu erwähnen, dass keine zufällige Zuordnung der Teilnehmenden auf die beiden Gruppen vorgenommen werden konnte, wie es das Ideal einer randomisiert-kontrollierten Studie vorsieht. Es ist somit nicht auszuschließen, dass die beiden untersuchten Gruppen sich nicht nur hinsichtlich des Cannabiskonsums, sondern auch in Hinblick auf andere nicht erfasste Aspekte unterschieden haben.
Ihre Ergebnisse würden aus Sicht der Forschenden dennoch die Bedeutung von Cannabis und dessen potenziell negativen Einfluss auf den Rauchausstieg hervorheben. Es sei daher zu überlegen, ob Rauchstopp‑Programme den Cannabiskonsum mit einbeziehen sollten, wenn er denn vorkommt.
Wer sowohl kifft als auch raucht, könnte in Erwägung ziehen, beides separat anzugehen. Hilfe für den Rauchausstieg ist auf rauchfrei-info.de zu finden. Für das Reduzieren oder den Ausstieg aus dem Cannabiskonsum können Interessierte das Online-Beratungsprogramm Quit the Shit nutzen oder Beratungsstellen vor Ort besuchen. Alle Angebote sind kostenlos und anonym nutzbar.
Quelle:
Wie Hunde Menschen mit Suchtproblemen helfen können (29.07.2025)
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Der Einfluss des Zeitpunkts beim Mischkonsum von Cannabis und Alkohol (06.05.2025)
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Zusätzliches Vapen zum Rauchen möglicherweise mit erhöhtem Lungenkrebsrisiko verbunden (17.02.2026)Webanalyse / Datenerfassung
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