Crystal Meth schädigt Herzmuskel und Gefäße

30.09.2016

Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, Müdigkeit ist wie weggeblasen. Methamphetamin, auch bekannt als Crystal Meth, zapft die Energiereserven des Körpers an und bringt ihn dazu, alles aus sich heraus zu holen. Eine aktuelle Längsschnittstudie zeigt auf, dass die gesundheitlichen Folgen des Konsums jedoch gravierend sein können.

Junger Mann hält sich die Hand auf die Brust

Bild: ***jojo / photocase.com

Methamphetamin treibt den Körper zu Höchstleistungen an. Konsumierende können stundenlang tanzen oder monotonen Tätigkeiten nachgehen ohne zu ermüden. Gleichzeitig vermittelt Methamphetamin ein Gefühl von Stärke. Für manche Menschen ist das eine verlockende Wirkung. Der häufige Konsum ist jedoch mit hohen gesundheitlichen Risiken verbunden.

Eine Langzeitbeobachtung aus Taiwan hat neue Belege hierzu vorgelegt. Studienleiterin Yen-Ni Hung und ihr Team haben die Daten von 1.315 Personen ausgewertet, die sich aufgrund von Methamphetaminkonsum in ärztliche Behandlung begeben hatten.

Eine Besonderheit der Studie war der lange Zeitraum, aus denen Patientendaten vorlagen. Frühere Studien haben meist nur einmalige Untersuchung vorgenommen oder Fallbeispiele ausgewertet. Hung und ihr Team hatten hingegen Zugriff auf Krankenakten, die einen Zeitraum von 10 Jahren umspannten. Somit konnte das Forschungsteam überprüfen, ob die Betroffenen in den Jahren nach der Behandlung wegen Methamphetamin zusätzlich am Herz-Kreislaufsystem erkrankt waren. Zum Vergleich wurde eine abstinente Kontrollgruppe mit einbezogen.

Doppelt so hohes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen

Im Ergebnis konnte das Forschungsteam ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen bei Methamphetaminkonsumierenden ermitteln. Im Vergleich zu abstinenten Personen haben Konsumierende ein etwa doppelt so hohes Risiko für Herzrhythmusstörungen und Schlaganfälle. Beide Erkrankungen können lebensbedrohliche Zustände nach sich ziehen.

Besonders unter den jüngeren Konsumierenden unter 30 Jahren waren Herzprobleme vergleichsweise häufig vertreten. Herzprobleme sind sonst eher untypisch in dieser Altersgruppe. Als wahrscheinliche Ursache für Schäden am Herzen nennt das Autorenteam Sauerstoffunterversorgung. Denn Methamphetamin lässt das Herz schneller schlagen und treibt somit den Sauerstoffbedarf in die Höhe. Gleichzeitig verengt Methamphetamin jedoch die Gefäße, die Blut zum Herzen transportieren. Die Folge ist ein Mangel an Sauerstoff, den der Herzmuskel aber dringend benötigt.

Bei den über 30-Jährigen waren vor allem so genannte hämorrhagische Schlaganfälle verbreitet. Dabei kommt es zu Blutungen aufgrund von Rissen in den Gefäßen. Frühere Studien hatten bereits Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Risse in den Gefäßen gefunden. Die vorliegende Studie hat somit das erhöhte Risiko für Schlaganfälle durch Methamphetamin bestätigt. Das Forschungsteam nimmt an, dass die kurzweilig starken Blutdruckanstiege, verursacht durch Methamphetamin, Verletzungen an den Gefäßen verursachen.

Quelle:
Huang, M.-C., Yang, S.-Y., Lin, S.-K., Chen, K.-Y., Chen, Y.-Y., Kuo, C.-J. & Hung, Y.-N. (2016). Risk of Cardiovascular Diseases and Stroke Events in Methamphetamine Users: A 10-Year Follow-Up Study. J Clin Psychiatry, doi: 10.4088/JCP.15m09872.

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