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 HomeNews > Dauerkiffer haben häufiger soziale Probleme

15.04.2016

Dauerkiffer haben häufiger soziale Probleme

Wer als Erwachsener über Jahre abhängig ist von Cannabis, hat mehr soziale Probleme als Nicht-Kiffer. Das ist grob zusammengefasst das Ergebnis einer Studie, die den Cannabiskonsum von rund 1.000 Erwachsenen über einen Zeitraum von 20 Jahren untersucht hat.

Mann hält Joint

Bild: Jul B. / photocase.de

Dauerkiffen muss nicht zwangsläufig ins soziale Abseits führen. Schließlich gibt es auch beruflich sehr erfolgreiche Kiffer. So machen der Rapper Snoop Dogg oder die Sängerin Rihanna kein großes Geheimnis um ihre Vorliebe für Cannabis. Doch abseits des Showbusiness dürften die Lebensumstände der meisten abhängigen Kiffer weniger gut sein als bei Nicht-Kiffern, wenn man den Ergebnissen einer aktuellen Längsschnittstudie aus Neuseeland folgt.

Datenerfassung ab Geburt

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie wurden zu fünf unterschiedlichen Zeitpunkten zu ihrem Cannabiskonsum befragt. Bei der ersten Befragung waren die Teilnehmenden 18 Jahre alt, bei der letzten 38. Hinzu kommen Daten über ihre Lebensumstände, die seit Geburt erhoben wurden. Das Forschungsteam wollte herausfinden, welchen Einfluss die dauerhafte Cannabisabhängigkeit auf den so genannten sozio-ökonomischen Status hat. Dabei zeigte sich, dass Dauerkiffer im Vergleich zu ihren Eltern meist ein paar Sprossen auf der sozialen Leiter absteigen.

Das heiß konkret: Dauerkiffer waren im Alter von 38 Jahren öfter knapp bei Kasse, hatten mehr Schulden und waren häufiger auf staatliche Unterstützung angewiesen als ihre Eltern. Zudem hatten Kiffer mehr Konflikte am Arbeitsplatz und weniger zufriedenstellende Partnerbeziehungen. Nicht-Kiffer erreichten hingegen im Schnitt einen etwas höheren sozio-ökonomischen Status als ihre Eltern.

Nun könnte eingewendet werden, dass Cannabiskonsum vielleicht nicht die Ursache, sondern lediglich eine Begleiterscheinung ist und andere Faktoren für den sozialen Abstieg verantwortlich sind. Denn grundsätzlich liefert eine Längsschnittstudie nur Hinweise, aber keine Beweise für eine Ursache. Darauf weisen Studienleiterin Magdalena Cerdá und ihr Team explizit hin.

Dosis-Wirkungs-Beziehung

Das Forschungsteam hat allerdings eine Reihe an möglichen Faktoren, die einen nachteiligen Effekt auf den sozio-ökonomischen Status haben können, bei ihren Analysen einbezogen. So konnte nachgewiesen werden, dass der Zusammenhang zwischen Cannabis und sozialen Problemen unabhängig ist von anderen bedeutsamen Einflussfaktoren wie dem Konsum von anderen Drogen, dem Substanzkonsum der Eltern, einer niedrigen Intelligenz als Kind oder einem niedrigen sozio-ökonomischer Status in der Kindheit.

Hinzukommt, dass eine Dosis-Wirkungs-Beziehung gefunden wurde: Je länger die Personen abhängig waren von Cannabis, desto schlechter war es um ihre ökonomische und soziale Situation bestellt.

Das Forschungsteam kommt zu der Schlussfolgerung, dass eine langfristige Cannabisabhängigkeit mindestens ebenso schwerwiegende soziale Probleme nach sich zieht wie eine Alkoholabhängigkeit. Daher ist es für Betroffene wichtig, frühzeitig gegenzusteuern, beispielsweise indem sie Hilfe für den Ausstieg oder die Reduktion aus dem Konsum in Anspruch nehmen.

Quellen:

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