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28.06.2013
Musik kann Ausdruck eines bestimmten Lebensgefühls sein. Musik kann auch Einfluss nehmen auf die Gedankenwelt ihrer Hörer. Oftmals geht es in den Songs offen oder verdeckt auch um Drogenkonsum. Wie oft, das hat ein US-amerikanisches Forschungsteam untersucht und die Top Hits der letzten fünf Jahrzehnte verglichen.

Bild: caesargfx / istockphoto.com
Er bezeichnet sich als „superintelligentes Drogenopfer“. Sido, der skandalträchtige Rapper, der sich früher nur mit verchromter Totenkopfmaske zeigte, macht kein Hehl daraus, dass ihm Drogen nicht unbekannt sind. Direkte oder indirekte Anspielungen auf Drogenkonsum finden man bei Musikerinnen und Musikern verschiedener Genres und Epochen. Vor allem die Hippiebewegung und ihre Musik werden oft mit Drogenkonsum in Verbindung gebracht. Oder treiben es die heutigen Rapper à la Sido noch schlimmer, zumindest in ihren Songs?
Eine Studie aus den USA hat untersucht, wie sich das Verhältnis zwischen Musik und Drogen in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. Peter Christenson und sein Team haben dazu die US-Charts der letzten 50 Jahre unter die Lupe genommen. Jeweils die 100 beliebtestes Songs aus den Jahren 1968, 1978, 1988, 1998 und 2008 wurden ausgewählt und danach überprüft, welche Rolle Alkohol und illegale Drogen in den Liedtexten spielen.
Aus Sicht der Forscher würde in der Musik in besonderem Maße zum Ausdruck kommen, was Jugendliche und junge Erwachsene aktuell beschäftigt. Populäre Musiktexte seien daher gut geeignet, um prominente Themen des Erwachsenenwerdens wie Sexualität, Feiern und eben auch den Umgang mit Drogen zu erfassen.
Insgesamt 496 Songtexte wurden gesichtet. In jedem sechsten Lied entdeckten die Forscher Anspielungen auf Drogen, wobei Alkohol und Marijuana am häufigsten thematisiert wurden. Besonders bemerkenswert für die Forscher war: In den letzten zwanzig Jahren haben sich die Songs, in denen irgendeine Substanz erwähnt wurde, mehr als verdoppelt. Während 1988 12 Prozent der Lieder Bezüge zu Drogen erkennen lassen, trifft dies auf 30 Prozent der Top-Songs aus dem Jahr 2008 zu.
Die Zunahme gelte für alle Musikgenres von Jazz und Reggae, über Rock und Pop bis zu Hip-Hop und Techno. Der größte Teil des Anstiegs sei jedoch auf die zunehmende Verbreitung und Beliebtheit von Hip-Hop zurückzuführen, da im Schnitt drei von vier Rap-Songs Anspielungen auf Drogen beinhalten.
Überraschend seien die Ergebnisse, da sie das typische Bild der Jugendkultur der 1960er und 1970er Jahre nicht bestätigen. Obwohl Bands wie die Rolling Stones oder die Beatles aufgrund ihres Drogenkonsums für Aufregung gesorgt hätten, seien in den Liedtexten nur wenige Verweise auf Drogen enthalten gewesen. Selbstzensur der Musiker oder der Musikindustrie könnten die Gründe hierfür sein, schreibt das Forscherteam.
2008 hatte ein anderes Forschungsteam ermittelt, dass ein amerikanischer Teenager allein durch das Hören von Musik durchschnittlich 84-mal am Tag mit dem Konsum von Alkohol und Drogen konfrontiert wird. Christenson fügt hinzu, dass nicht nur die Häufigkeit, sondern auch die Art der Darstellung von Bedeutung sei. So hätten ihre Studienergebnisse gezeigt, dass die positiven Beschreibungen des Drogenkonsums in den letzten Jahrzehnten zugenommen haben.
Zwar gibt die Studie keine Hinweise darauf, wie sich die Beschallung auf junge Menschen auswirkt. Christenson und sein Team halten es aber für wahrscheinlich, dass die Beschallung mit „drogenhaltiger“ Musik Einfluss nimmt auf ihre Einstellungen gegenüber Drogen.
Quelle:
Christenson, P., Roberts, D. F. & Bjork, N. (2012). Booze, Drugs, and Pop Music: Trends in Substance Portrayals in the Billboard Top 100 - 1968-2008. Substance Use & Misuse, 47, 121-129.
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