Ecstasy und Cannabis - wenn das Ich gespalten ist

03.07.2015

Ecstasy und Cannabis können Rauschzustände mit so genannten dissoziativen Symptomen erzeugen. Ein Phänomen, das auch unter Elite-Soldaten bekannt ist.

Zwei Männer stehen sich gegenüber, einer wirkt durchscheinend wie ein Geist

Bild: ig3l / photocase.com

Quälender Hunger, ständiger Schlafentzug und andere Torturen müssen die US-amerikanischen Elite-Soldaten der Special Forces bei Survival Trainings über sich ergehen lassen. Der permanente Stress bleibt nicht ohne Folgen. In einer Untersuchung konnten bei 96 Prozent der Soldaten zeitweilig so genannte dissoziative Störungen festgestellt werden.

Dissoziative Störungen sind ein vielschichtiges Krankheitsbild, bei dem das Ich-Bewusstsein sich aufzuspalten scheint. Man hat „das Gefühl, neben sich zu stehen“ oder erlebt die Umwelt als fremd. Bei traumatischen Erfahrungen blendet unser Bewusstsein diese Episoden manchmal ganz aus, um sich selbst zu schützen. Es kommt zu Gedächtnislücken, die als dissoziative Amnesie bezeichnet werden.

Gespaltene Persönlichkeit

Im Extremfall geht die Aufspaltung der eigenen Identität so weit, dass sich zwei Identitäten bilden, die voneinander nicht wissen wie bei Dr. Jekyll und Mr. Hide oder wie im Film „Fight Club“, in dem die Schauspieler Edward Norton und Brad Pitt im Grunde ein und dieselbe Person darstellen.

Dissoziative Störungen können auch durch Drogen hervorgerufen werden, wie ein Forschungsteam aus den Niederlanden experimentell nachweisen konnte. Gesunden Testpersonen wurde entweder MDMA, Cannabis, Kokain oder ein wirkstofffreies Placebo gegeben. MDMA, auch bekannt als Ecstasy, wurde in unterschiedlichen Dosierungen verabreicht. Weder die Teilnehmenden noch die Versuchsleitenden wussten, wer was in welcher Dosierung gekriegt hat. Die Reaktionen der Testpersonen wurden mit Hilfe von speziellen Fragebögen festgehalten.

MDMA und Cannabis mit starken, Kokain mit schwachen Symptomen

Wie sich zeigte, erlebten Personen, die im Rahmen der Studie Drogen konsumiert hatten, mehr dissoziative Symptome als Personen, die das Placebo bekommen hatten. Kokain bewirkte vergleichsweise schwache dissoziative Symptome. Bei MDMA nahmen die dissoziativen Symptome mit der Dosis zu. 100 mg MDMA, die höchste Dosis, oder Cannabis bewirkten ausgeprägte dissoziative Symptome, vergleichbar mit den Bewusstseinsstörungen, die Soldaten der Special Forces im Survival Training erleben.

Quellen:

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