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 HomeNews > Intensivstation nach Ecstasy-Konsum

15.05.2015

Intensivstation nach Ecstasy-Konsum

Eine 23-Jährige koreanischer Abstammung ist nach dem Konsum von Ecstasy in einen kritischen Zustand geraten, der intensivmedizinisch behandelt werden musste. Eine bestimmte Genvariante, die bei Asiaten häufiger vorkommt, könnte hierfür verantwortlich sein.

Notrufkaste mit Aufschrift SOS an einer Wand

Bild: Gräfin. / photocase.com

Sie wollte vermutlich nur ein bisschen Spaß haben, als sie zusammen mit Freunden ein Konzert besuchte. Zwei Ecstasypillen habe die 23-Jährige genommen. Zwei Stunden später wurde sie mit einem Krampfanfall ins Krankenhaus eingeliefert, wo sie intensivmedizinisch behandelt werden musste.

Die behandelnden Ärzte diagnostizierten zunächst ein Serotonin-Syndrom. Serotonin ist ein wichtiger Neurotransmitter, dessen Ausschüttung durch Ecstasy verstärkt wird und der die typische Wirkung von Ecstasy auslöst. Bei einem stark erhöhten Serotonin-Spiegel fühlen sich Betroffene aber ruhelos, sind verwirrt oder desorientiert. Krampfartige Muskelzuckungen können auftreten. Schwere Formen des Serotonin-Syndroms sind lebensbedrohlich.

Nach der Gabe von Medikamenten hat sich der Zustand der 23-Jährigen zwar verbessert. Einige Stunden später begann sich jedoch ein akutes Leberversagen zu entwickeln. Erst am dritten Tag nach ihrer Einlieferung normalisierten sich ihre Leberwerte wieder. Am fünften Tag konnte sie schließlich entlassen werden.

Genvariante mögliche Ursache

Durch eine toxikologische Untersuchung konnten Amphetamine, aber keine weiteren Drogen im Blut der Patientin nachgewiesen werden. Das Ärzteteam vermutet daher, dass die 23-Jährige generell empfindlich auf Amphetamine bzw. Amphetaminabkömmlinge wie MDMA reagiert. Bekannt sei, dass viele Asiaten Träger einer bestimmten Genvariante sind. Diese Variante habe eine reduzierte Enzymtätigkeit zur Folge, die normalerweise den Abbau von MDMA erledigt. Ist der Abbau von MDMA eingeschränkt, würde schon eine vergleichsweise kleine Menge MDMA zu Vergiftungserscheinungen führen.

Die Vermutung des Forschungsteams müsse zwar durch weitere Studien bestätigt werden, die Möglichkeit, dass Personen asiatischer Abstammung empfindlicher auf MDMA reagieren könnten als andere Menschen ist dennoch ein wichtiger Hinweis.

Quelle:
Nadkarni, G. N., Hoskote, S. S., Piotrkowski, J. & Annapureddy, N. (2014). Serotonin Syndrome, Disseminated Intravascular Coagulation, and Hepatitis After a Single Ingestion of MDMA in an Asian Woman. American Journal of Therapeutics, 21(4), e117-e119.

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