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 HomeNews > Erhöhte Schadstoffbelastung beim Rauchen von Cannabis und Tabak

16.10.2019

Erhöhte Schadstoffbelastung beim Rauchen von Cannabis und Tabak

Ein Forschungsteam in den USA konnte zeigen, dass Konsumierende von Cannabis und Tabak stärker mit bestimmten Schadstoffen belastet sind als Personen, die ausschließlich Tabak rauchen.

Mann raucht Joint

Bild: Cabezonication / istockphoto.com

Der Nachweis erfolgte über Urinproben. Ein Forschungsteam um Studienleiterin Danielle Smith hat nach 15 verschiedenen Schadstoffen im Urin gefahndet. Rund 5.900 Erwachsene der US-amerikanischen Bevölkerung waren an der Studie beteiligt.

Nach Auskunft des Forschungsteams hätten bisherige Studien Cannabiskonsumierende und Raucherinnen und Raucher von Tabakprodukten meist getrennt untersucht. Doch in der Realität würden viele Menschen Cannabis und Tabak rauchen. In den USA ist der Konsum von Cannabis und Tabak verbreiteter als der Konsum von Cannabis allein.

In der Studie wurden Gruppen von Raucherinnen und Raucher gebildet, die entweder nur ein Tabakprodukt, nur E-Zigaretten oder mehrere verschiedene Nikotin-haltige Produkte rauchten. Jede Gruppe wurde zusätzlich danach unterschieden, ob die Personen Cannabis rauchten oder nicht.

Bis zu 464 Prozent mehr Acrylnitril durch Cannabisrauchen

Personen, die Cannabis und Tabak rauchten, waren den Analysen zufolge stärker mit Schadstoffen belastet als Personen, die nur Tabak rauchten. Besonders hoch war die Belastung mit Acrylnitril. Die Chemikalie dient vor allem der Produktion von Kunstfasern und anderen Plastikprodukten. Eingeatmet reizt Acrylnitril die Schleimhäute, verursacht Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit und gilt als krebserzeugend.

Die Konzentration an Acrylnitril war bei Personen, die Zigaretten und Cannabis rauchten um 39 Prozent höher als bei Personen, die nur Zigaretten rauchten. Besonders frappierend war der Unterschied bei Personen, die zu E-Zigaretten griffen. Rauchten sie zusätzlich Cannabis war der Level an Acrylnitril gegenüber Personen, die kein Cannabis rauchten, im Schnitt um 464 Prozent erhöht. Offenbar wird bei der Inhalation von verbranntem Cannabis eine bedeutsame Menge an Acrylnitril freigesetzt.

Acrylamid und PAKs ebenfalls erhöht

Andere Schadstoffe waren beim Konsum von Cannabis und Tabak ebenfalls erhöht. Darunter auch Acrylamid, das beispielsweise beim Erhitzen von kohlenhydratreichen Lebensmitteln wie Pommes frites entstehen kann. Aufgrund von Tierversuchen wird Acrylamid als krebserzeugend eingestuft. Zudem war auch der Anteil bestimmter so genannter polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK) bei Personen erhöht, die Tabak und Cannabis rauchten.

Die Ergebnisse würden nach Einschätzung des Forschungsteams somit nachweisen, dass Raucherinnen und Raucher stärker durch bestimmte Schadstoffe belastet sind, wenn sie neben Tabak auch Cannabis rauchen. Das ohnehin hohe Risiko für gesundheitliche Schäden durch Tabakrauchen würde sich damit zusätzlich erhöhen.

Quellen:

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