Erhöhtes Risiko für Selbsttötung bei Konsum von Kokain und Alkohol

06.05.2016

Drogen können eine Rolle spielen, wenn Menschen versuchen, sich selbst zu töten. Doch der Zusammenhang zwischen suizidalem Verhalten und Substanzkonsum ist komplex. In einer Längsschnittstudie aus den USA wurde dieser Zusammenhang näher überprüft.

Verzweifelter junger Mann mit grauer Kapuze, der sein Gesicht mit seinen Händen bedeckt.

Bild: Sami Suni / iStockphoto.com

Menschen, die versuchen sich selbst zu töten, landen meist in der Notaufnahme eines Krankenhauses. Ein US-amerikanisches Forschungsteam unter der Leitung von Sarah Arias hat diesen Umstand genutzt, um mehr über die Hintergründe von Suizidversuchen in Erfahrung zu bringen. Alkohol und andere Drogen standen im Fokus der Studie, da diese Substanzen nach Angaben des Forschungsteams in etwa 50 Prozent aller versuchten Selbsttötungen in irgendeiner Form eine Rolle spielen.

Das Forschungsteam hat alle Personen angesprochen, die zwischen 2010 und 2012 in einer von acht beteiligten Notfallambulanzen in Behandlung waren. 874 Personen wurden in die Studie aufgenommen. Alle Teilnehmenden waren entweder wegen eines Suizidversuchs im Krankenhaus oder beschäftigten sich zumindest in Gedanken damit, sich selbst zu töten. Innerhalb der nächsten zwölf Monate wurden die Personen mehrfach nachbefragt, um sie zu ihrer aktuellen Lebenssituation zu interviewen.

2,4-fach erhöhtes Risiko durch Alkohol und Kokain

195 der Teilnehmenden haben im Jahr nach der Erstbefragung versucht, sich selbst zu töten. Die Analyse ergab, dass verschiedene Faktoren wie Alter, Geschlecht, Substanzkonsum und frühere Selbsttötungsversuche in einer komplexen Beziehung zueinander stehen. Keines der untersuchten Merkmale stand für sich genommen in einem signifikanten Verhältnis zu einer versuchten Selbsttötung. Zwei Merkmale ragten aber dennoch hervor: Kokainkonsum und Alkoholmissbrauch.

Weder der schädliche Konsum von Alkohol allein noch der von Kokain stand signifikant in einem Bezug zu einer versuchten Selbsttötung. Konsumierte eine Person aber sowohl Alkohol als auch Kokain, war die Wahrscheinlichkeit für eine versuchte Selbsttötung 2,4-mal höher als bei Personen, die weder schädlichen Alkoholkonsum betreiben noch Kokain konsumieren. Warum das so ist, dazu liefert die Studie keine Antwort. Das Forschungsteam verweist allerdings auf eine frühere Studie der zufolge Alkohol die Wirkung von Kokain verstärkt.

Die Studie kann zwar nicht belegen kann, dass der Substanzkonsum die Ursache ist. Dennoch sei es nach Angaben des Forschungsteams sinnvoll, viel über die Risiken zu erfahren, die einer Selbsttötung vorausgehen, um gefährdete Menschen möglichst frühzeitig zu erkennen und ihnen entsprechende Hilfe anbieten zu können.

Quellen:

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