Führt Kiffen zum Tabakrauchen oder ist es andersherum?

25.09.2024

Cannabis und Nikotin werden oft gleichzeitig konsumiert. Führt das eine zum anderen? Eine Meta-Analyse gibt Aufschluss.

Bild: Addictive Stock / photocase.de

Ein Joint besteht oft nicht nur aus Cannabis. Häufig wird Tabak beigemischt. Kiffen ist dann Mischkonsum von Cannabis und Tabak. Führt der Cannabiskonsum womöglich zum Tabakrauchen? Oder verleitet das Rauchen zum Kiffen? Ein Forschungsteam aus Australien hat sich mit dieser Frage befasst.

Meta-Analyse berücksichtigt 18 Einzelstudien

Studienleiter Tesfa Mekonen Yimer und sein Team haben die wissenschaftliche Fachliteratur hierzu durchforstet. Dabei hielten sie Ausschau nach Studien, in denen Jugendliche und junge Erwachsene über einen längeren Zeitraum mehrfach befragt wurden. Denn nur so lässt sich zuverlässig ermitteln, in welcher Reihenfolge welche Substanzen erstmals konsumiert werden.

Yimer und sein Team haben 18 Studien ausfindig gemacht, in denen sowohl der Konsum von Cannabis als auch der von Nikotin untersucht wurde. Nikotin wird meist über Tabakrauch oder mittels E-Zigaretten inhaliert. Die Forschenden sprechen aber überwiegend vom Tabakrauchen. Die Ergebnisse der Einzelstudien wurden zusammengefasst und gemeinsam ausgewertet. Dieses Vorgehen wird als Meta-Analyse bezeichnet.

Wechselseitige Beziehung zwischen Cannabis und Nikotin

Dabei zeigte sich: Wer mit Nikotin, meist in Form von Zigaretten, seine ersten Konsumerfahrungen macht, wird mit höherer Wahrscheinlichkeit als Nichtraucherin oder Nichtraucher später Cannabis probieren. Gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit für den Einstieg in das Rauchen, wenn die Konsumerfahrung mit Cannabis zuerst da war. Die Forschenden sprechen von einer wechselseitigen Beziehung.

Verschiedene Gründe könnten vom einem zum anderen führen, erläutert das Forschungsteam. Cannabis und Tabak werden auf ähnliche Weise konsumiert, was das Probieren der jeweils anderen Substanz einfacher macht. Der Freundeskreis kann ebenso eine Rolle spielen wie die Verfügbarkeit. Schließlich können auch die Gene sowohl die Empfänglichkeit für Cannabis als auch die für Nikotin erhöhen.

Generell zeigen Studien, dass Tabak und Cannabis eine enge Verbindung eingehen können. Wer beides konsumiert, hat es daher schwerer, jeweils mit dem Rauchen oder dem Kiffen aufzuhören.

 

Quelle:

Yimer, T. M., McClure-Thomas, C., Stjepanovic, D., Wilson, J., Chan, G. C. K., Hall, W. D. & Leung, J. (2024). The relationship between cannabis and nicotine use: A systematic review and meta-analysis. Addiction, https://doi.org/10.1111/add.16642

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