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27.02.2015
Studien zufolge könne Dauerkiffen das Gehirn verändern. Wie schlimm das genaue Ausmaß ist, darüber herrscht noch keine Klarheit. US-amerikanische Forscher konnten nun Hinweise dafür finden, dass sich das Gehirn beim Ausstieg aus dem Cannabiskonsum zumindest wieder erholt.

Bild: zululord / photocase.com
Es gibt Studien, in denen Hinweise dafür gefunden wurden, dass manche Hirnbereiche beim Dauerkiffern schrumpfen. Doch ist bislang unklar, ob dies auch zu langfristigen Einbußen in der Leistungsfähigkeit des Gehirns führt. Besonders der frühe Einstieg könne bleibende Folgen verursachen. Eine aktuelle US-Studie widerspricht nun früheren Untersuchungen.
Michael De Bellis und sein Team wollten mit Hilfe von ausführlichen Test herausfinden, ob ehemalige Kiffer signifikant schlechter abschneiden als altersgleiche Vergleichsgruppen. Geprüft wurden Schulleistungen in Mathe und Lesen, Intelligenz, die Steuerung von Aufmerksamkeit und Gedächtnis und weitere kognitive Funktionen.
An der Studie nahmen 113 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren teil. 33 von ihnen hatten vorher eine Zeitlang stark gekifft, inzwischen aber im Durchschnitt seit etwa drei Monaten den Konsum eingestellt. 37 litten unter psychischen Störungen, die auch unter Kiffern weit verbreitet sind wie einer Angsterkrankung oder Depression, hatten aber noch nie Cannabis konsumiert. 43 hatten vorher weder mit Drogen noch mit psychischen Störungen zu tun gehabt, galten also als gesund. Um möglichst genau die Auswirkung des Kiffens erfassen zu können, wurden weitere mögliche Einflussfaktoren wie Schulleistungen, Intelligenz oder familiäre Bedingungen bei der Berechnung der Ergebnisse berücksichtigt.
Im Gegensatz zu früheren Studien haben die ehemaligen jungen Kiffer keine schlechteren Leistungen abgeliefert als Vergleichsgruppen. Warum De Bellis und sein Team zu anderen Ergebnissen kommen als frühere Studien, darüber können sie jedoch nur spekulieren. Sie vermuten, dass die Auswahl der Versuchspersonen maßgeblichen Einfluss auf die Ergebnisse hat. In früheren Studien könnten beispielsweise noch Restwirkungen des Konsums, Entzugssymptome oder der zusätzliche Konsum anderer Drogen die Ergebnisse beeinflusst haben. Denkbar seien auch andere psychiatrische Erkrankungen, die Einfluss auf die kognitive Leistungsfähigkeit hätten. Zudem seien die ehemaligen Kiffer der Studie jünger als die anderer Studien, sind also früh wieder aus dem Konsum ausgestiegen.
Besonders wichtig finden die Forscher, in zukünftigen Studien die Langzeitfolgen des gleichzeitigen Konsums von Tabak und Cannabis für Jugendliche genauer zu untersuchen. Denn die ehemaligen Kiffer, die früher zusätzlich stark geraucht hatten, schnitten in den Tests tendenziell schlechter ab.
Auch, wenn es keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den drei Gruppen gab, sehen die Forscher Risiken für Jugendliche, wenn sie schon früh viel kiffen. Denn es zeigten sich wichtige Trends innerhalb der einzelnen Gruppen. So war die Gesamtleistung der einzelnen Jugendlichen umso schwächer, je früher sie mit dem Kiffen begonnen hatten und je intensiver sie konsumiert hatten. Das spricht erneut dafür, dass das Gehirn umso sensibler auf die Wirkung von Cannabis reagiert, je jünger es damit regelmäßig in Berührung kommt.
Da sich jedoch keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den untersuchten Gruppen nachweisen ließen, vermuteten die Forscher, dass sich das jugendliche Gehirn nach erfolgreichem Ausstieg auch wieder von solchen Einflüssen erholen kann. Denn die jugendlichen Kiffer der Studie haben zwar früh angefangen, Cannabis zu konsumieren, aber auch früh wieder damit aufgehört.
Quelle:
Hooper, S. R., Woolley, D. & De Bellis, M. D. (2014). Intellectual, neurocognitive, and academic achievement in abstinent adolescents with cannabis use disorder. Psychopharmacology, 231 (8), 1467-1477.
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