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10.11.2006
Methamphetamin ist schon lange bekannt und berüchtigt. Ob als Wachmacher für Soldaten im Zweiten Weltkrieg, als Dopingmittel im Sport oder als Aufputschmittel bei nächtlichen Tanzmarathons. Offenbar jedoch auf Kosten der Gesundheit, denn eine aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass bereits gelegentlicher Konsum von Methamphetamin Gehirnstrukturen verändern und dauerhafter Konsum zu massiven Hirnschäden führen kann.
Ein Forschungsteam um Alasdair Barr von der University of British Columbia in Kanada hat die aktuelle Forschungsliteratur zu den Auswirkungen des Konsums von Methamphetamin gesichtet. Hintergrund der Studie bildet eine zunehmende Verbreitung des Konsums von Methamphetamin in Nord-Amerika, die nach Angaben der Autorinnen und Autoren epidemieähnliche Ausmaße angenommen habe. Aufgrund seiner kristallinen Struktur wird Methamphetamin auch als Crystal Meth bezeichnet.
Bereits in zahlreichen Tierversuchen hat sich gezeigt, dass Methamphetamin neurotoxisch wirkt, das heißt giftig auf Nervenzellen wirkt. Dabei stellte sich heraus, dass auch schon ein gelegentlicher Konsum die Gehirnstrukturen verändern kann. Die Autorinnen und Autoren vermuten, dass diese kleinen Veränderungen für die Entwicklung einer Abhängigkeit bei Menschen eine Rolle spielen können. Denn Methamphetamin hat ein hohes Abhängigkeitspotential.
Studien am Menschen haben zwar häufig das Problem, dass die Untersuchungspersonen auch andere Drogen nehmen, doch verdichten sich die Hinweise, dass Methamphetamin eine entscheidende Rolle bei den beobachteten Schäden des Nervensystems spielt. Besonders Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin haben, seien von den Schädigungen betroffen. In den Gehirnen verstorbener Langzeitkonsumentinnen und -konsumenten wurde beispielsweise ein Rückgang der dopaminergen Nervenzellen von 50 bis 61 Prozent beobachtet.
Dementsprechend ausgeprägt sind auch die kognitiven Defizite wie Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme bei Langzeitkonsumentinnen und -konsumenten. So zeigte sich beispielsweise in einer Studie zum Arbeitsgedächtnis, dass die Konsumentinnen und Konsumenten bei bestimmten Aufgaben 18 bis 30 Prozent länger brauchten als Personen, die noch nie Methamphetamin konsumiert haben.
Siehe auch Methamphetamin im Drogenlexikon
Quelle:
Barr A. M. et al. (2006). The need for speed: an update on methamphetamine addiction. J Psychiatry Neurosci 2006;31(5):301-13. PDF
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