Home > News > Aktuelle Meldungen > Hirnveränderungen durch Cannabis im Jugendalter
30.10.2009
Ein Team italienischer Forscherinnen hat anhand von Tierexperimenten Hinweise dafür erbringen können, dass intensiver Cannabiskonsum im Jugendalter möglicherweise dauerhaft das Gehirn schädigen kann. Sie konnten nachweisen, dass sich der Hippocampus, ein für das Lernen wichtiger Gehirnbereich, unter Cannabiseinfluss nur unzureichend entwickelt.
Das Gehirn hat etwa mit fünf Jahren seine vollständige Größe erreicht, die Entwicklung geht jedoch noch bis ins frühe Erwachsenenalter weiter. Vorangetrieben durch Lerneinflüsse entwickelt sich die Hirnstruktur im Lauf der Kindheit und Jugendphase. Nervenzellen verästeln sich und bilden so genannte Dendriten, die Verbindungen zu anderen Nervenzellen aufbauen. Alkohol und Drogen können in dieser Phase einen schädigenden Einfluss auf die Hirnentwicklung nehmen, mit vermutlich langfristiger Wirkung.
Um den Einfluss von Cannabis auf das Jugendliche Gehirn zu untersuchen führte ein Team italienischer Wissenschaftlerinnen Tierexperimente mit Ratten durch. Sie verabreichten den Tieren in ihrer Jugendphase hohe Dosen THC. Nach einen Abstinenzphase mussten die Nager im Erwachsenenalter schließlich mehrere Gedächtnistests durchlaufen. Anschließend wurden die Gehirne der Tiere untersucht, wobei besonderes Augenmerk auf ein Bereich gelegt wurde, der als Hippocampus bezeichnet wird. Dieses Hirnareal gilt als wichtige Schaltzentrale für die Gedächtnisbildung.
Es zeigte sich, dass die mit THC behandelten Ratten in den Verhaltenstests, die räumliches Erinnerungsvermögen erforderten, deutlich schlechter abschnitten als Ratten einer Kontrollgruppe, die kein THC im Jugendalter bekamen. In der anschließenden Untersuchung der Rattenhirne wurde zudem sichtbar, dass die Nervenzellen im Hippocampus signifikant weniger und kürzere Dendriten gebildet hatten.
Tiziana Rubino und ihre Kolleginnen konnten somit aufzeigen, dass das Jugendalter eine sensible Phase für die Hirnentwicklung darstellt und dass THC diesen Prozess empfindlich stören kann. Allerdings geben sie auch zu bedenken, dass sie vergleichsweise hohe Dosen THC verwendet haben. Sie rechtfertigen dies mit dem Hinweis, dass es inzwischen hochpotentes Cannabis gäbe, dass besonders von regelmäßig Cannabiskonsumierenden bevorzugt werde. Ob sich die von ihnen gefundenen Effekte mit der Zeit wieder zurückbilden oder weiter bestehen, wollen sie in zukünftigen Tests untersuchen.
Quelle:
Rubino, T., Realini, N., Braida, D., Guidi, S. Capurro, V., Viganò, D., Guidali, C., Pinter, M., Sala, M., Bartesaghi, R. & Parolaro, D. (2009). Changes in Hippocampal Morphology and Neuroplasticity Induced by Adolescent THC Treatment are Associated With Cognitive Impairment in Adulthood. Hippocampus, 19, 763-772. Abstract
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