Konsumierende von Partydrogen leiden häufiger unter traumatischen Erfahrungen

03.07.2019

Konsumierende von Partydrogen geraten mitunter in einen Teufelskreis aus sich wiederholenden Traumatisierungen, so das Ergebnis einer Studie aus Brasilien.

Bild: kupicoo / istockphoto.com

Partydrogen, das klingt nach Spaß und guter Laune. Tatsächlich kann Ecstasy euphorische Gefühle und ein besonderes Gefühl der Nähe zu anderen Menschen auslösen. Bei manchen Konsumentinnen und Konsumenten könnte sich hinter dem Wunsch nach Ekstase allerdings eine traurige Vergangenheit verbergen. Darauf verweist eine Studie, an der 239 Personen aus der Club Szene im brasilianischen Porto Alegre beteiligt waren.

Die Befragungen erfolgten vor Ort im persönlichen Interview. Alle Personen konsumierten Partydrogen wie Ecstasy oder Kokain. Bei 51 Prozent der Befragten fand das Forschungsteam Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung, kurz PTBS. Eine posttraumatische Belastungsstörung kann die Folge schrecklicher Erlebnisse wie schwere Unfälle oder Missbrauchserfahrungen sein. Diese können das Leben der Betroffenen stark belasten, wenn sie nicht aufgearbeitet werden.

Häufig sexueller Missbrauch in der Kindheit

Von den Befragten, die unter den Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung litten, berichteten 64 Prozent von sexuellem Missbrauch in der Kindheit. Die Betroffenen litten vermehrt unter Depressionen und Angststörungen, sind früher in den Konsum von Partydrogen eingestiegen und zeigten eine stärkere Neigung zu sexuell riskantem Verhalten als nicht-traumatisierte Personen der Club-Szene. Nach Einschätzung von Studienleiterin Joana Corrêa de Magalhães Narvaez und ihrem Team könne sich daraus eine Art Teufelskreis bilden, der die Betroffenen immer wieder traumatisiert.

So habe der sexuelle Missbrauch sehr wahrscheinlich eine prägende Wirkung auf die nachfolgende Entwicklung der Person. Der spätere Konsum von Partydrogen könne in diesem Zusammenhang verstanden werden als der Versuch, sich Erleichterung von den psychischen Belastungen zu verschaffen, die aus den nicht-verarbeiteten traumatischen Erfahrungen resultieren.

Erneute Traumatisierungen bei sexuell riskantem Verhalten

Im Kontext der Club-Szene erhöht der Konsum von Partydrogen die Wahrscheinlichkeit für sexuell riskantes Verhalten, wie wechselnde Beziehungen und Sex ohne Verhütung. Durch sexuell riskantes Verhalten steigt jedoch nicht nur das Risiko für sexuell übertragbare Erkrankungen, oftmals werden Betroffene auch wiederholt Opfer sexueller Gewalt.

Nach Einschätzung von Narvaez und ihrem Team ergeben sich daraus erneut traumatisierende Erfahrungen, die schließlich wieder zum Konsum von Partydrogen motivieren. In der Forschung solle daher ein besonderes Augenmerk auf die Personen in der Party-Szene geworfen werden, die unter posttraumatischen Belastungsstörungen leiden.

 

Quellen:

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