Lunge erholt sich nach Ausstieg aus Cannabiskonsum

01.04.2016

In einer Längsschnittstudie aus Neuseeland konnte belegt werden, dass Atemwegsprobleme nach dem Ausstieg aus dem Cannabiskonsum wieder abnehmen.

Mann mit Rastahaaren genießt die frische Luft vor blauem Himmel

Bild: shadowtricks / photocase.com

Husten und schleimiger Auswurf sind im Winter keine seltenen Symptome. In der kalten Jahreszeit fangen sich viele Menschen eine Bronchitis ein, die meist durch Viren oder Bakterien verursacht wird. Tabakrauchen kann die Entstehung einer Bronchitis ebenfalls begünstigen. Für das Rauchen von Cannabis sind die wissenschaftlichen Belege bislang nicht eindeutig. Ein Forschungsteam hat die Daten einer Längsschnittstudie aus Neuseeland genutzt, um den Zusammenhang zwischen Cannabis und Atemwegserkrankungen näher zu beleuchten.

Wiederholungsbefragungen über 20 Jahre

Über 1.000 junge Erwachsene waren an der Studie beteiligt. Im Alter von 18, 21, 26, 32 und 38 Jahren wurden sie zu ihrem Cannabiskonsum und zum Tabakrauchen befragt. Zusätzlich wurden die Teilnehmenden auf Atemwegsprobleme untersucht.

Die Ergebnisse bestätigten frühere Studien, in denen ein erhöhtes Risiko für Bronchitis durch Cannabisrauchen festgestellt wurde. Aufgrund der wiederholten Messungen konnte gezeigt werden, dass nach dem Einstieg in den regelmäßigen Cannabiskonsum Symptome wie Pfeifgeräusche beim Atmen, Husten und schleimiger Auswurf zunehmen. Hingegen nahmen Atemwegsprobleme ab, wenn die Teilnehmenden wieder aufhörten, regelmäßig zu kiffen.

Einfluss unabhängig von Tabak

Damit konnte zum einen gezeigt werden, dass Cannabisrauchen mit dem Auftreten von Atemwegsproblemen in Zusammenhang steht. Zwar rauchen viele Personen, die Cannabis konsumieren, auch regelmäßig Tabak, der Effekt von Tabak auf die Lunge sei aber statistisch herausgerechnet worden. Atemwegsprobleme beim Kiffen würden nach Aussage des Forschungsteam unabhängig vom Tabakrauchen auftreten.

Zum anderen hat die Studie belegen können, dass Symptome wie Husten und vermehrte Schleimbildung beim Ausstieg aus dem regelmäßigen Kiffen in den meisten Fällen wieder abnehmen. Lediglich bei Teilnehmenden, die über einen langen Zeitraum stark gekifft hatten, waren noch im Alter von 38 Jahren Atemwegsprobleme vorhanden.

Quelle:
Hancox, R. J., Shin, H. H., Gray, A. R., Poulton, R. & Sears, M. R. (2015). Effects of quitting cannabis on respiratory symptoms. Eur Respir J, 46(1), 80-87.

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