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23.04.2025
Wer Cannabis konsumiert, raucht häufig auch Tabak. Und was ist mit dem Vapen? Eine Studie aus den USA ist dieser Frage nachgegangen.

Bild: master1305 / iStock.com
Cannabis und Nikotin sind „ziemlich beste Freunde“. Verschieden, aber häufig zusammen anzutreffen. Wer Cannabis konsumiert, nimmt oft auch Nikotin zu sich. Manchmal gleichzeitig, manchmal separat. Kiffen und Tabakrauchen können eine enge Verbindung eingehen. Doch gilt das auch fürs Vapen?
Der Begriff „Vapen“ kommt aus dem Englischen und steht für das Verdampfen einer Substanz. Sowohl Cannabis als auch Nikotin können durchs Vapen konsumiert werden. Ein US-amerikanisches Forschungsteam ist der Frage nachgegangen, wie sich unterschiedliche Formen des Cannabiskonsums auf den Gebrauch verschiedener Nikotinprodukte auswirken. Sind Cannabis und Nikotin immer noch „Freunde“?
Zur Klärung der Frage, haben Studienleiter Dae-Hee Han und sein Team 308 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren zweimal im Abstand von sechs Monaten zu ihren Konsumgewohnheiten befragt. Alle Jugendlichen hatten Erfahrung mit Nikotin. In der Befragung ging es um jegliche Form des Cannabiskonsums, sei es durch Rauchen, Vapen oder als Edibles. Letztere sind essbare Cannabisprodukte. Der Gebrauch von Produkten, die nur CBD enthalten, wurde ebenfalls abgefragt.
Zwei Drittel der Jugendlichen haben in der ersten Befragung angegeben, in den letzten sechs Monaten zusätzlich Cannabis konsumiert zu haben. Diese Jugendlichen haben den Ergebnissen zufolge auch eine stärkere Vorliebe für Nikotin. Im Vergleich zu den Jugendlichen, die auf Cannabis verzichten, haben sie eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit sechs Monate später immer noch Nikotin zu konsumieren. Viele Jugendliche, die kein Cannabis konsumieren, haben Nikotin-Produkte womöglich nur probiert und es dabei belassen.
Besonders das Rauchen von Cannabis, also das Kiffen, scheint den Nikotinkonsum aufrechtzuerhalten. Aber auch Cannabis zu vapen oder zu essen war mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für fortgesetzten Nikotin-Konsum verbunden. Nur der Gebrauch von CBD-Produkten hatte keinen Einfluss auf den Nikotin-Konsum. Zwischen Cannabis und Nikotin scheint es offenbar immer noch eine feste Bande zu geben, sofern der Cannabis-Wirkstoff THC enthalten ist.
Die Studie hat auch gezeigt, dass es darauf ankommt, wie Nikotin konsumiert wird. So griffen cannabiskonsumierende Jugendliche zwar verstärkt zur Vape, also zur E-Zigarette, aber nicht zur „klassischen“ Zigarette, bei der Tabak verbrannt wird.
Cannabiskonsum scheint somit zur Aufrechterhaltung des Vapens von Nikotin, nicht aber zum Rauchen von Tabak beizutragen. Dies mag auch daran liegen, dass in den USA das Vapen von Nikotin unter jungen Menschen inzwischen verbreiteter ist, als das Tabakrauchen.
Interessanterweise erhöhte auch der Konsum von Cannabis-Edibles die Wahrscheinlichkeit für das Vapen von Nikotin. Die Forschenden vermuten, dass ähnliche Aromen ein Grund sein könnten. Beispielsweise gibt es in den USA essbare Cannabisprodukte in Form von Gummibärchen mit Fruchtgeschmack. Jugendliche würden Fruchtaromen auch bei Nikotin-Vapes bevorzugen.
Han und sein Team haben zeigen können, dass es weiterhin eine starke Verbindung gibt zwischen Nikotin und Cannabis. Allerdings scheinen, zumindest unter US-amerikanischen Jugendlichen, Nikotin-Vapes das Tabakrauchen abzulösen. Frühere Studien haben auch zeigen können, dass der Ausstieg aus dem Konsum von Cannabis oder Nikotin erschwert sein kann, da jede Substanz das Risiko von Rückfällen in den Konsum der jeweils anderen Substanz erhöht.
Wer erfolgreich aufhören oder reduzieren will, kann deshalb davon profitieren, sowohl den Cannabiskonsum als auch das Rauchen oder Vapen anzugehen. Zur Unterstützung können die kostenlosen Programme Quit the Shit für Cannabis und rauchfrei für Tabak genutzt werden.
Quelle:
Han, D-.H., Harlow, A. F., Bae, D., Cho, H., Eckel, S. P., McConnell, R., Barrington-Trimis, J. L., Audrain-McGovern, J. E. & Leventhal, A. M. (2024). Association between cannabis use and nicotine use persistence among adolescents. Addictive Behaviors, 158, 108106, https://doi.org/10.1016/j.addbeh.2024.108106
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