Home > News > Aktuelle Meldungen > Starkes Gras, starke Angst?
08.07.2020
Kiffen kann Angst auslösen, manchmal sogar Panik. Eine aktuelle Studie hat untersucht, ob der Konsum von hochpotentem Cannabis das Risiko einer Angststörung erhöht.

Bild: ra2 studio / Fotolia.com
„Es gab Situationen, in denen ich bekifft in solche Angstzustände versetzt wurde, dass es für mich kaum auszuhalten und mir meinem Umfeld gegenüber sehr unangenehm war.“ In einem Erfahrungsbericht schreibt die 25-jährige Lea, wie sich die Folgen des Kiffens auch negativ auf ihren Alltag auswirkten. Sie hatte daher den Entschluss gefasst, mit dem Kiffen aufzuhören.
In der Forschung gibt es ebenfalls Hinweise, dass Cannabis das Risiko für eine Angststörung erhöht. Ein wichtiger Aspekt beim Konsum könnte laut einer aktuellen Studie aus dem Vereinigten Königreich die Konzentration des Cannabis-Wirkstoffs THC sein. Vor allem starke Cannabissorten stehen im Fokus. Ist der Anteil an THC höher als 10 Prozent, könne Cannabis als hochpotent bezeichnet werden.
Studienleiterin Lindsey Hines und ihr Forschungsteam haben untersucht, wie der Konsum von hochpotentem Cannabis mit der psychischen Gesundheit und dem Konsum anderer Drogen in Zusammenhang steht. Das Team nutzte die Daten einer großen Studie, an der knapp 14.000 Personen aus der normalen Bevölkerung beteiligt waren. Für die Studie wurden die Angaben von 1.087 Personen herangezogen, die im Alter von 24 Jahren angaben, im letzten Jahr Cannabis konsumiert zu haben. 13 Prozent von ihnen nannten hochpotenten Cannabis wie „Skunk“ als bevorzugte Sorte, die übrigen Beteiligten konsumierten überwiegend gewöhnliches Marihuana oder Haschisch.
Ein Gruppenvergleich machte deutlich, dass Konsumierende mit einer Vorliebe für hochpotenten Cannabis generell häufiger kiffen. Bei ihnen war die Wahrscheinlichkeit für mindestens wöchentlichen Konsum um das 4-fache erhöht. Entsprechend größer war auch der Anteil der Personen, bei denen der Konsum bereits zu Problemen geführt hat.
Hines und ihr Team konnten zudem nachweisen, dass Konsumierende von hochpotentem Cannabis mit einer höheren Wahrscheinlichkeit unter einer Angststörung leiden. Dieser Zusammenhang sei unabhängig von anderen wichtigen Faktoren wie der Häufigkeit des Konsums oder depressiven Symptomen in der Jugend.
Für andere psychische Probleme oder den Konsum anderer Drogen zeigten sich bei oberflächlicher Betrachtungsweise zwar Unterschiede zwischen den beiden Cannabisgruppen. Wurden weitere wichtige Faktoren wie psychische Probleme in der Jugend oder die Konsumhäufigkeit rechnerisch einbezogen, verschwand der Gruppenunterschied.
Insbesondere die Konsumhäufigkeit sei vermutlich entscheidend. Das bedeutet, dass es bei anderen psychischen Problemen nicht so sehr darauf ankommt, wie stark das Gras ist, sondern wie oft Cannabis konsumiert wird. Einzig Angststörungen scheinen den Ergebnissen zufolge unabhängig von der Konsumhäufigkeit mit der Vorliebe für hochpotente Cannabissorten einherzugehen.
Einschränkend weist das Forschungsteam darauf hin, dass keine Aussagen zu den Ursachen gemacht werden können. Daher sei auch denkbar, dass Kiffer eine Neigung für starkes Gras entwickeln, weil sie psychische Probleme haben.
Unabhängig von der Frage nach Ursache und Wirkung, muss aber davon ausgegangen werden, dass sich Kiffen generell ungünstig auf die psychische Gesundheit auswirkt, wenn diese bereits angegriffen ist. So hat Kiffen nachweislich einen negativen Einfluss auf den Verlauf und den Behandlungserfolg psychischer Erkrankungen. Wer unter einer psychischen Erkrankung leidet, tut daher gut daran, wie Lea auf den Konsum von Cannabis zu verzichten.
Quelle:
Hines, L. A., Freeman, T. P., Gage, S. H., Zammit, S., Hickma, M., Cannon, M., Munafo, M., MacLeod, J. & Heron, J. (2020). Association of High-Potency Cannabis Use With Mental Health and Substance Use in Adolescence, JAMA Psychiatry, doi:10.1001/jamapsychiatry.2020.1035
Webanalyse / Datenerfassung
Wir möchten diese Website fortlaufend verbessern. Dazu wird um Ihre Einwilligung in die statistische Erfassung von Nutzungsinformationen gebeten. Die Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden.
Welcher Dienst wird eingesetzt?
Matomo
Zu welchem Zweck wird der Dienst eingesetzt?
Erfassung von Kennzahlen zur Webanalyse, um das Angebot zu verbessern.
Welche Daten werden erfasst?
IP-Adresse (wird umgehend anonymisiert)
Gerätetyp, Gerätemarke, Gerätemodell
Betriebssystem-Version
Browser/Browser-Engines und Browser-Plugins
aufgerufene URLs
die Website, von der auf die aufgerufene Seite gelangt wurde (Referrer-Site)
Verweildauer
heruntergeladene PDFs
eingegebene Suchbegriffe.
Die IP-Adresse wird nicht vollständig gespeichert, die letzten beiden Oktette werden zum frühestmöglichen Zeitpunkt weggelassen/verfremdet (Beispiel: 181.153.xxx.xxx).
Es werden keine Cookies auf dem Endgerät gespeichert. Wird eine Einwilligung für die Datenerfassung nicht erteilt, erfolgt ein Opt-Out-Cookie auf dem Endgerät, welcher dafür sorgt, dass keine Daten erfasst werden.
Wie lange werden die Daten gespeichert?
Die anonymisierte IP-Adresse wird für 90 Tage gespeichert und danach gelöscht.
Auf welcher Rechtsgrundlage werden die Daten erfasst?
Die Rechtsgrundlage für die Erfassung der Daten ist die Einwilligung der Nutzenden nach Art. 6 Abs. 1 lit. a der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die Einwilligung kann auf der Datenschutzseite jederzeit widerrufen werden. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Datenverarbeitung bleibt davon unberührt.
Wo werden die Daten verarbeitet?
Matomo wird lokal auf den Servern des technischen Dienstleisters in Deutschland betrieben (Auftragsverarbeiter).
Weitere Informationen:
Weitere Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten finden sich in den Datenschutzhinweisen.