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02.05.2014
Regelmäßiger Cannabiskonsum hat nicht nur Konsequenzen für die eigene Gesundheit, auch die der Nachkommen könnten hiervon betroffen sein - zumindest im Tierexperiment.
Bekannt ist, dass das Konsumverhalten der Eltern Einfluss hat auf ihre Kinder. Ein US-amerikanisches Forschungsteam hat nun Belege dafür vorgelegt, dass sogar das Verhalten in der Jugend Auswirkungen auf spätere Nachkommen haben könnte. Ein US-amerikanisches Forschungsteam unter der Leitung von Yasmin Hurd hat dies auf der Grundlage von Tierexperimenten herausgefunden.
Das Team hat jugendlichen Ratten über einen längeren Zeitraum THC, den Hauptwirkstoff von Cannabis, verabreicht und anschließend deren Nachkommen untersucht. Als Vergleichsgruppe dienten Ratten, die zwar unter identischen Bedingungen aufgewachsenen waren, deren Eltern jedoch nicht mit THC behandelt wurden.
Überprüft wurde, wie sich die Nachkommen beider Gruppen verhalten, wenn sie freien Zugang haben zu Heroin, das sie sich per Hebeldruck verabreichen konnten. Sofern auf jeden Hebeldruck ein „Schuss“ erfolgte, zeigten sich keine Unterschiede. Wurde der Zugriff auf das Heroin erschwert, indem mehrere Hebelbetätigungen notwendig waren, um an die Droge zu kommen, zeigten sich hingegen Differenzen: Die Nachkommen der THC-Ratten strengten sich signifikant stärker an, um an eine Dosis Heroin zu gelangen.
Sobald die Heroinzufuhr eingestellt wurde, beobachtete das Forschungsteam zudem stärkere Stress-Symptome bei den Nachkommen der THC-Ratten. Zu den Symptomen gehören stereotype Verhaltensweisen, also ständig sich wiederholende Bewegungen, die typisch seien für den Entzug. Das Ausmaß stereotyper Bewegungen bei den Ratten war unabhängig von der tatsächlich konsumierten Heroinmenge.
Nicht nur im Verhalten zeigten sich Unterschiede zwischen den Tieren. Im Gehirn der Ratten, deren Eltern in der Jugend THC bekamen, fanden sich Veränderungen an Rezeptoren, an denen bestimmte Neurotransmitter wie endogene Cannabinoide oder Dopamin binden. Dies habe nach Angaben des Forschungsteams Auswirkungen auf das Belohnungssystem des Gehirns und sei eine Erklärung für das beobachtete Verhalten.
Für Yasmin Hurd und ihr Team sind die Ergebnisse ihres Experimentes ein Beleg dafür, dass der Konsum von THC die genetischen Informationen in den Keimzellen verändern könne, also den Eizellen und Spermien. Es habe sich gezeigt, dass sowohl Prozesse im Gehirn als auch das Verhalten der nachfolgenden Generation beeinflusst wird - selbst wenn diese niemals in Kontakt mit psychoaktiven Substanzen gekommen ist.
Quelle:
Szutorisz H., Dinieri J., Sweet E., Egervari G., Michaelides M., Carter J.M., Ren Y., Miller M.L., Blitzer R.D., Hurd Y.L. (2014). Parental THC Exposure Leads to Compulsive Heroin-Seeking and Altered Striatal Synaptic Plasticity in the Subsequent Generation. Neuropsychopharmacology, 39(6), 1315-1323.
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