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14.01.2004
Obwohl der "Kater" eine der häufigsten Folgen übermäßigen Alkoholkonsums ist, sind die Ursachen hierfür vergleichsweise wenig erforscht. Die Mediziner Stephan Haas und Manfred Singer von der II. Medizinischen Universitätsklinik Mannheim haben sich eingehender mit dem Phänomen "Kater" auseinander gesetzt. Demnach gebe es eine Reihe möglicher Ursachen.
Als Hauptverursacher des alkoholbedingten "Brummschädels" vermuten sie den Acetaldehyd. Er entsteht beim Alkoholabbau und löst nicht nur Kopfschmerzen aus, sondern auch Herzjagen, Schwitzen, Übelkeit und Erbrechen. Im weiteren Abbauvorgang wird Acetaldehyd durch die Acetaldehydrogenase (ALDH) schließlich in harmlose Essigsäure verwandelt. Menschen asiatischer Herkunft leiden jedoch meist länger unter der Wirkung des Acetaldehyds, da ihr Organismus aus genetischen Gründen häufig nicht über ALDH verfügt.
Neben dem Trinkalkohol Ethanol enthalten alkoholische Getränke auch geringe Mengen Fuselalkohole wie Propanol oder Methanol. So sollen Spirituosen, die einen hohen Anteil an Fuselalkoholen besitzen - wie Whisky oder Brandy - eher zu einem Kater führen, als reinere Alkoholika wie Gin oder Wodka. Das Methanol sei als besonders giftig einzustufen. Es wird zu Formaldehyd und Ameisensäure abgebaut, beides giftige Substanzen.
Durch Fermentation gewonnene Alkoholika wie Wein und Bier enthalten zudem so genannte aromatische Verbindungen wie Phenole. Diese können die Blut-Hirn-Schranke passieren und Kopfschmerzen auslösen.
Eine weitere Ursache für den "Kater" sei in dem Einfluss von Alkohol auf die Freisetzung des Hormons Vasopressin zu suchen. Das Hormon sorge dafür, dass dem Urin Wasser in der Niere entzogen wird und somit den Flüssigkeitsverlust des Körpers begrenzt. Unter dem Einfluss von Alkohol würde die Freisetzung von Vasopressin gehemmt, wodurch der Körper mehr Wasser als üblich verliere - man muss häufiger "pinkeln". Es komme zu einem Ungleichgewicht im Elektrolythaushalt. Durst, Schwindel und Kopfschmerzen seien die Folge.
Ein Alkoholrausch störe darüber hinaus den Schlafrhythmus des Körpers und verkürze die REM-Phasen (Traumschlaf). Die verminderte Schlafqualität wiederum gelte als eine Ursache für Kopfschmerzen.
Es sei wohl eine Kombination verschiedener Prozesse, die dem "Kater" zugrunde liegen, vermutet Robert Swift von der Brown Universität in Providence. So wenig die exakten Ursachen eines "Katers" bekannt sind, so wenig Mittel gibt es zur Linderung. Jeffrey Wiese von der Tulane Universität in New Orleans rät allen, die "über den Durst" getrunken haben: Viel trinken - allerdings keinen Alkohol.
www.medical-tribune.de
www.nzz.ch
Stephan L. Haas & Manfred V. Singer, Internistische Praxis 2003; 4: 839 - 840.
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