Drugcom: Archiv: Plötzlicher Herztod durch Kokain

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News-Archiv


Archiv Jahr 2014


29.08.2014

Plötzlicher Herztod durch Kokain

Von einem Moment auf den anderen sackt ein Mensch in sich zusammen und verliert das Bewusstsein. Bleibt das Herz stehen, spricht man vom plötzlichen Herztod. Meist trifft es ältere Personen. Kokain gilt jedoch als Risikofaktor, der auch bei jüngeren Menschen einen Herzstillstand zur Folge haben kann.

Mann liegt bauwärts schlapp auf einem Sofa

Bild: prokop / photocase.com

Die entnommenen Organe wurden in Augenschein genommen, gewogen und fotografiert. Das Herz wurde detailliert untersucht und vermessen. In der nüchternen Sprache der Medizin beschreiben Luis Callado und sein Team wie die Autopsie bei kürzlich verstorbenen Personen vorgenommen wurde. Die spanischen Forscher sind der Frage nachgegangen, ob es einen Zusammenhang zwischen Kokainkonsum und plötzlichem Herztod gibt.

Zwar gibt es bereits Studien, die auf den Zusammenhang zwischen Herzerkrankungen und Kokain hinweisen. Allerdings gab es für Todesfälle bislang keinen Nachweis, der auf der Basis einer größeren Stichprobe erbracht wurde.

Autopsien aus 7 Jahren

Callado und sein Team haben für ihre Studie alle 15- bis 49-Jährigen einbezogen, die im Zeitraum von 2003 bis 2009 in der Provinz Bizkaia im Norden Spaniens gestorben sind. In dieser Region werden bei allen ungeklärten Todesfällen Autopsien in einem forensischen Institut vorgenommen.

437 Personen sind in dieser Zeit an einer natürlichen Ursache gestorben, also nicht gewaltsam oder in Folge eines Unfalls. Bei 311 von ihnen wurde ein plötzlicher Herztod festgestellt. In den 126 verbliebenen Fällen waren andere Erkrankungen die Todesursache. Diese Fälle dienten als Kontrollgruppe. Anhand von Blutanalysen wurde ermittelt, ob die Verstorbenen kurz zuvor Kokain konsumiert hatten.

4-mal höheres Risiko

Das Forschungsteam konnte nachweisen, dass Personen, die kurz vor ihrem Tod Kokain konsumiert hatten, mit einer 4-mal höheren Wahrscheinlichkeit an einem plötzlichen Herztod gestorben sind als Personen, die nicht gekokst hatten. Andere Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder Opiatkonsum seien berücksichtigt worden. Die Studie sei somit die erste, in der ein Nachweis zwischen aktuellem Kokainkonsum und dem plötzlichen Herztod erbracht wurde.

Belastung des Herz-Kreislaufsystems

Das erhöhte Herztodrisiko könne durch die Auswirkungen von Kokain auf das Herz-Kreislaufsystem erklärt werden, schreibt das Team in seinem Fachartikel. Kokain erhöhe unter anderem die Herzfrequenz und den Blutdruck, führe gleichzeitig aber auch dazu, dass sich die Herzkranzgefäße zusammenziehen, was die Versorgung des Herzens verschlechtert. Zudem stehe ein erhöhtes Risiko für Thrombosen, Herzrhythmusstörungen und Arteriosklerose mit Kokainkonsum in Zusammenhang. Das Fatale sei, dass sich Herzschäden infolge von Kokainkonsum meist erst mit dem Herzstillstand bemerkbar machen.

Quelle:
Morentin, B., Ballesteros, J., Callado, L. F. & Meana, J. (2014). Recent Cocaine use is a significant risk factor for sudden cardiovascular death in 15-49 years old subjects. A forensic case-control study. Addiction, DOI: 10.1111/add.12691.

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