Khat
Wichtige Erkenntnisse auf einen Blick
- Khat ist ein immergrüner Strauch und stammt ursprünglich aus Ostafrika und dem Nahen Osten.
- Die typische Konsumform ist das Kauen der Blätter sowie die Zubereitung als Tee.
- Khat enthält die Wirkstoffe Cathinon und Cathin, die ähnlich stimulierend wirken wie Amphetamin, aber deutlich schwächer.
- Der häufige Konsum von Khat hat eine Reihe von körperlichen Problemen wie Herz-Kreislauferkrankungen und psychische Risiken wie Angststörungen und Gedächtnisprobleme zur Folge.
- In Deutschland unterliegt Khat dem Betäubungsmittelgesetz. Der Umgang mit Khat ist verboten.
Was ist Khat?
Khat ist ein immergrüner Strauch mit dem lateinischen Namen Catha edulis. Das Kauen der Blätter hat eine aufputschende Wirkung und ist im Nahen Osten und in Ostafrika verbreitet. Die Blätter der Pflanze enthalten die Wirkstoffe Cathin und Cathinon, die für die amphetaminähnliche Wirkung verantwortlich sind. Khat wird auch als Qat, Chat, Miraa oder Murungu bezeichnet.
Woher kommt Khat?
Die Geschichte von Khat reicht vermutlich Jahrhunderte zurück. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Ostafrika. Das älteste Dokument mit Hinweisen auf eine medizinische Anwendung stammt aus dem 11. Jahrhundert. Angenommen wird, dass Khat im 15. Jahrhundert von arabischen Reisenden in den Jemen gebracht wurde.
In diesen Ländern ist das Kauen von Khat auch heute noch im Alltag verbreitet und Bestandteil kultureller oder religiöser Zeremonien. In Europa wird Khat meist von Menschen konsumiert, die aus Ostafrika oder dem Nahen Osten eingewandert sind.
Wie wird Khat konsumiert?
Die häufigste Konsumform ist das Kauen der Blätter. Dabei werden die Blätter meist über mehrere Stunden in einer Wange aufbewahrt, wo sie langsam zerfallen und ihren Saft in den Speichel abgeben. Die getrockneten Blätter werden auch als Tee zubereitet und abessinischer, afrikanischer oder arabischer Tee genannt. Daneben ist auch das Rauchen der Blätter möglich.
Von dem Hauptwirkstoff Cathinon gibt es zudem synthetisch hergestellte Abwandlungen, also chemisch leicht veränderte Varianten mit ähnlicher Wirkung. Synthetische Cathinone sind auch unter dem Begriff Badesalz bekannt geworden, die zumeist wie Kokain gesnieft werden.
Wie wirkt Khat?
Die Wirkstoffe Cathinon und Cathin sind verwandt mit Amphetamin, auch bekannt als Speed oder Pep. Khat wirkt aber wesentlich schwächer. Typischerweise wird Khat konsumiert, um Müdigkeit und Hunger zu vertreiben sowie die Leistungsfähigkeit und das Selbstwertgefühl zu steigern.
Die Wirkstoffe werden über die Mundschleimhaut und im Magen und Darm aufgenommen. Nach dem Kauen der Blätter setzt die Wirkung innerhalb von 30 Minuten ein und hält etwa drei Stunden an [Quelle 7, S. 24].
Die Wirkung beruht im Wesentlichen auf der Freisetzung der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin im Gehirn. Damit greift Khat in das Belohnungszentrum ein.
Körperliche Effekte:
- Anstieg von Blutdruck und Puls
- Weitung der Pupillen
- Anstieg der Körpertemperatur
- Unterdrückung von Hunger und Appetit
Als angenehm erlebte psychische Effekte:
- Verstärkte Wachheit
- Euphorische Gefühle
- Erhöhtes Selbstwertgefühl
- Erhöhte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit
- Verbesserte Kommunikationsfähigkeit
Als unangenehm erlebte psychische Effekte:
- Unruhe
- Angstzustände
- Psychotische Symptome wie Paranoia
Nach Abklingen der Wirkung, können unangenehme Effekte auftreten, die denen von Kokain oder Speed ähneln. Dazu gehören:
- Niedergeschlagenheit, Lethargie
- Reizbarkeit und Aggressivität
- Schlafstörungen
- Konzentrationsprobleme
Welche Folgen hat der häufige Khatkonsum?
Der häufige Konsum von Khat ist mit einer Reihe unerwünschter und gefährlicher Folgeerscheinungen verbunden. Es werden auch Todesfälle mit dem Konsum von Khat in Verbindung gebracht. Folgende körperliche und psychische Folgeerscheinungen sind bekannt:
Körperliche Folgeerscheinungen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie erhöhter Blutdruck, Schlaganfall und Herzinfarkt
- Magenprobleme wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Entzündungen des Verdauungssystems
- Mundhöhlenkrebs
- Akute und chronische Lebererkrankungen
- Zahnverfall
Psychische Folgeerscheinungen
- Schlafstörungen
- Depressionen
- Gedächtnisprobleme
- Unruhe, Angststörungen
- Psychische Abhängigkeit
- Psychosen, vor allem bei Personen mit bereits bestehender Veranlagung oder psychiatrischen Vorerkrankungen
Wie ist der rechtliche Status von Khat in Deutschland?
Khat fällt unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Der Wirkstoff Cathinon ist in Anlage I unter den nicht verkehrsfähigen Betäubungsmitteln eingruppiert. Besitz, Einfuhr und Handel von Khat sind in Deutschland somit verboten. Der Wirkstoff Cathin fällt ebenfalls unter das Betäubungsmittelgesetz, ist aber in Anlage III unter den verschreibungsfähigen Betäubungsmitteln eingeordnet. Es gibt Appetitzügler, die das Salz Cathin-Hydrochlorid enthalten und ärztlich verschrieben werden können.
Quellen:
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Stand: Mai 2026