1.000-mal stärker als Marihuana

07.02.2014

Im Spätsommer 2013 wurde eine Welle von Vergiftungen in Denver, USA, beobachtet. 263 meist junge Männer wurden innerhalb eines Monats mit teils lebensbedrohlichen Symptomen in ein Krankenhaus eingeliefert. Der Grund war vermutlich ein neues synthetisches Cannabinoid.

Junger Mann auf Intensivstatioin an Beatmungsgerät

Bild: © istock.com / tunart

Der Stoff klingt gefährlich und ist es wohl auch. Black Mamba ist wie Spice eine Kräutermischung, die nur als Trägersubstanz für synthetische Cannabinoide dient. Ein Ärzteteam berichtet in der Fachzeitschrift The New England Journal of Medicine über eine Vergiftungswelle, die vermutlich durch den Konsum von Black Mamba ausgelöst worden ist.

Zwischen dem 21. August und dem 19. September 2013 mussten 263 meist junge Männer in zwei Kliniken der Region Denver wegen teils starker Vergiftungserscheinungen notfallmedizinisch behandelt werden. Die Symptome waren ein zunächst extrem erhöhter und anschließend verlangsamter Herzschlag, begleitet von starken Bewusstseinsstörungen. Einige erlitten Krampfanfälle. Die meisten Personen konnten ambulant behandelt werden. Sieben Personen mussten jedoch intensivmedizinisch betreut und künstlich beatmet werden.

Durch die Analyse von Resten der Produkte, die die Patientinnen und Patienten konsumiert hatten, konnte das Ärzteteam ein neues synthetisches Cannabinoid identifizieren, das als ADB-PINACA bezeichnet wird. Das Team vermutet, dass ADB-PINACA der Grund für die Häufung von Vergiftungsfällen ist.

Andrew Monte, Erstautor des Fachartikels, warnt vor dem Konsum von Produkten wie Black Mamba, K2 oder Spice. Die darin enthaltenen synthetischen Cannabinoide könnten im Vergleich zu traditionellem Marihuana „bis zu 1.000-mal stärker an den Cannabinoid-Rezeptoren binden“. Neue synthetische Cannabinoide, die in so genannten Legal Highs enthalten sind, seien mit Krampfanfällen, Schlaganfällen und Herzproblemen in Zusammenhang gebracht worden.

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