Alkohol für fast ein Drittel aller Verkehrstoten verantwortlich

04.01.2013

Über 30.000 Menschen sterben jährlich bei einem Autounfall in den Ländern der EU. Alkohol ist nach wie vor Nummer eins unter den Substanzen, die das Leben von Autofahrerinnen und Autofahrern gefährden. Darauf weist die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) anlässlich der Veröffentlichung eines aktuellen Forschungsberichts hin.

Zwei weit aufgerissene Augen, die durch einen Glasboden starren

Bild: Fiebke / photocase.com

„Kein Problem, ich kann noch fahren.“ Wer diesen Satz schon einmal nach durchzechter Nacht gesagt hat, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit männlich und über 35 Jahre alt. Kommt es unter dem Einfluss von Alkohol zu einem Unfall, so sind hingegen überwiegend junge Männer zwischen 25 und 34 Jahren betroffen. Männer trinken nicht nur mehr Alkohol, sie neigen offenkundig auch stärker zur Überschätzung ihrer eigenen Fähigkeiten als Frauen.

Diese Ergebnisse sind Teil einer groß angelegten Studie aus 13 europäischen Ländern. In der DRUID-Studie (Driving under the Influence of Drugs, Alcohol and Medicine) wurden über 50.000 Autofahrerinnen und Autofahrer stichprobenartig auf 25 psychoaktive Substanzen getestet.

Schwer betrunken in den Tod

Alkohol wurde in 3,5 Prozent aller Fälle entdeckt, illegale Drogen bei 1,9 Prozent und psychoaktive Medikamente bei 1,4 Prozent aller Fahrerinnen und Fahrer. Das größte Risiko unter den Substanzen stellt Alkohol dar. 24,4 Prozent aller bei einem Unfall verletzten Fahrerinnen und Fahrern standen unter dem Einfluss von Alkohol. Bei einem tödlichen Unfall konnte sogar bei fast jedem Dritten (31,7 Prozent) Alkohol im Blut nachgewiesen werden. 70 Prozent von ihnen waren schwer betrunken mit mehr als 1,1 Promille.

Das Tückische an Alkohol ist, dass nicht nur das Reaktionsvermögen leidet. Auch die Urteilskraft lässt stark nach - vor allem bei Personen, die häufiger zu tief ins Glas schauen. Befragungen haben zeigen können, dass insbesondere Personen mit problematischem Alkoholkonsum nicht glauben, dass ihre Fahrtüchtigkeit durch Alkohol beeinträchtigt wird.

Im Rahmen einer Kosten-Nutzen-Analyse wird in der Studie zudem darauf hingewiesen, dass die in einigen Ländern zunehmende Orientierung hin zu Drogenscreenings im Straßenverkehr nicht zu Lasten von Alkoholtests gehen dürfe. Zwar hat sich in der Studie auch Drogenkonsum als Unfallrisiko bestätigt, Alkohol sei aber nach wie vor das weitaus größere Risiko gemessen an der Unfallhäufigkeit.

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