Blackout nach Alkohol kann Vorbote einer Abhängigkeit sein

22.05.2019

Rauschtrinken kann einen Blackout zur Folge haben. Das ist bekannt. Eine Längsschnittstudie aus der Schweiz weist nun darauf hin, dass der alkoholbedingte Filmriss möglicherweise Vorbote einer späteren Abhängigkeitsentwicklung ist.

Junger männlicher Erwachsener mit Bierflasche kriegt Faust ins Gesicht

Bild: froodmat / photocase.de

Wie bin ich eigentlich nach Hause gekommen? Wer sich diese Frage nach durchzechter Nacht stellt, hatte vermutlich einen Blackout, auch bekannt als Filmriss. Kann schon mal vorkommen, denkt sich der eine oder die andere. Doch eine Studie des Universitätsklinikums in Lausanne in der Schweiz zeigt auf, dass ein Blackout auch auf ein erhöhtes Abhängigkeitsrisiko hinweisen kann.

Blackouts treten häufig schon im Jugendalter als Folge exzessiven Rauschtrinkens auf. Die Forschungslage zum Verhältnis zwischen Blackouts und Alkoholabhängigkeit war bislang aber nicht eindeutig. Studienleiter Joseph Studer und sein Team sind der Sache mit einer Längsschnittuntersuchung auf den Grund gegangen. Sie befragten über 5.000 junge Männer im Alter von etwa 20 Jahren zu ihrem Alkoholkonsum und zu Blackouts in den letzten 12 Monaten. Fünf Jahre später wurde die Befragung wiederholt.

Alkoholabhängigkeit oft nur temporär, aber Blackouts ein Risikofaktor

Die Ergebnisse zeigten zunächst auf, worauf auch schon andere Studien hingewiesen haben: Alkoholabhängigkeit unter jungen Menschen muss nicht von Dauer sein. Von den jungen Männern, die mit 20 Jahren die Kriterien einer Alkoholabhängigkeit erfüllten, waren fünf Jahre später nur 27 Prozent immer noch alkoholabhängig. Viele schienen sich in der Zwischenzeit darauf besonnen zu haben, sich beim Trinken zu mäßigen.

Blackouts scheint jedoch eine gewisse Vorhersagekraft innezuwohnen. Männer, die im Alter von 20 Jahren einen Blackout hatten, waren fünf Jahre später mit einer höheren Wahrscheinlichkeit immer noch abhängig. Zudem sind Männer, die mit 20 Jahren noch keine Alkoholabhängigkeit zeigten, aber schon einen Blackout hatten, fünf Jahre später ebenfalls mit einer höheren Wahrscheinlichkeit alkoholabhängig geworden.

Blackouts erklären nur kleinen Teil der Abhängigkeitsentwicklung

Die Vorhersagekraft von Blackouts sei nach Angaben der Forscher unabhängig vom tatsächlichen Ausmaß des Alkoholkonsums. Allerdings erklärt das Forschungsteam einschränkend, dass die Ergebnisse nicht überinterpretiert werden sollten, da nur ein kleiner Teil der Männer mit Blackout alkoholabhängig geworden sind. Alkoholabhängigkeit lasse sich also nicht zuverlässig durch Blackouts vorhersagen. Zudem ist zu erwähnen, dass sich die Ergebnisse nur auf Männer beziehen. Frauen waren an der Studie nicht beteiligt.

Dennoch, so die Schlussfolgerung der Forscher, können Blackouts als Warnhinweis für eine mögliche problematische Entwicklung verstanden werden. Junge Menschen sollten das Auftreten von Blackouts zum Anlass nehmen, ernsthaft über ihren Alkoholkonsum nachzudenken - und ihn möglichst zu senken.

Quelle:
Studer, J., Gmel, G., Bertholet, N., Marmet, S. & Daeppen, J.-B. (2019). Alcohol-induced blackouts at age 20 predict the incidence, maintenance, and severity of alcohol dependence at ag 25: A prospective study in s sample of young Swiss men. Addiction, https://doi.org/10.1111/add.14647.

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