Cannabis verlangsamt Auffassungsgabe

14.08.2019

Cannabiskonsum könnte wie eine Bremse im Gehirn wirken. Eine groß angelegte Studie liefert Hinweise, dass sich Kiffen über die akute Wirkung hinaus ungünstig auf das Gedächtnis und die gedankliche Verarbeitungsgeschwindigkeit auswirkt.

Bild: fotosipsak / istockphoto.com

Ein gutes Gedächtnis und eine schnelle Auffassungsgabe dürften in vielen Bereichen des Lebens von Vorteil sein. Cannabiskonsum steht allerdings seit Längerem im Verdacht, die geistige Leistungsfähigkeit auch über die akute Wirkung hinaus zu mindern. Bislang sei die Studienlage aber nicht eindeutig, bemängelt ein kanadisches Forschungsteam um James MacKillop. Das Team hat die Auswirkungen des Kiffens im Rahmen des Human Connectome Projects überprüft.

Dabei handelt es sich um eine große US-Studie, in der die Vernetzung des Gehirns untersucht wird. Über 1.000 junge Erwachsene im Alter zwischen 22 und 36 Jahren nahmen daran teil. Für eine Studie dieser Art sei dies eine außergewöhnlich große Stichprobe, betont das Forschungsteam in seinem Fachartikel. Denn die Teilnehmenden mussten eine ganze Batterie an psychologischen Tests absolvieren. Die jungen Erwachsenen seien so ausgewählt worden, dass sie repräsentativ für ihre Altersgruppe sind.

Nachweis über Cannabiskonsum mittels Urinproben

Die Teilnehmenden gaben nicht nur schriftlich zu Protokoll, ob und wie oft sie Cannabis konsumieren. Am Testtag wurden zusätzlich Urinproben abgenommen. Somit lag ein objektiver Nachweis darüber vor, wer von den Teilnehmenden noch vor Kurzem konsumiert hatte. Cannabis lässt sich oft noch Tage nach dem letzten Konsum im Urin nachweisen.

Was ergaben die Auswertungen? Das Team fand heraus, dass Personen mit einer positiven Urinprobe schlechter in Tests abschnitten, in denen das bildlich-episodische Gedächtnis sowie die gedankliche Verarbeitungsgeschwindigkeit gefragt waren. Cannabiskonsumierende konnten sich weniger gut die Reihenfolge von Bildern merken, die sie sich zuvor einprägen sollten. Zudem brauchten sie länger, um zu entscheiden, ob zwei Bilder identisch sind oder nicht. Das Team hat bei seinen Auswertungen den möglichen Einfluss einer Reihe weiterer Faktoren berücksichtigt, darunter auch den Konsum von Alkohol und Tabakrauchen.

Beeinträchtigungen in bestimmten Berufen und Situationen relevant

Ihre Ergebnisse würden somit frühere Studien bestätigen. Jedoch habe es den Anschein, als wenn nur bestimmte Aspekte der kognitiven Leistungsfähigkeit betroffen sind. Zudem würden die Leistungen vermutlich wieder Normalniveau erreichen, wenn die Personen längere Zeit abstinent sind. Denn nur bei einer positiven Urinprobe ließen sich Unterschiede nachweisen. Hatten die Personen Cannabiserfahrung, die aber im Urin nicht mehr nachweisbar war, ergaben sich keine Leistungsunterschiede. Cannabis scheint somit die kognitive Leistungsfähigkeit auszubremsen, solange THC noch nachweisbar im Körper zirkuliert.

Das Ausmaß der kognitiven Beeinträchtigungen sei zwar eher moderat. Das Forschungsteam gibt aber zu bedenken, dass es eine Reihe von sicherheitsrelevanten Berufen und Situationen im Alltag gibt, in denen eine schnelle Auffassungsgabe vonnöten sei. Das kann beispielsweise beim Führen von Maschinen oder im Straßenverkehr relevant sein. Problematisch sei zudem, dass sich die Betroffenen oftmals nicht bewusst seien, kognitiv noch eingeschränkt zu sein, wenn sie akut keine Wirkung mehr verspüren.

 

Quelle:

Petker, T., Owens, M. M., Amlung, M. T., Oshri, A., Sweet, L. H. & MacKillop, J. (2019). Cannabis involvement and neuropsychological performance: findings from the Human Connctome Project. J Psychiatry Neurosci, 44(5), 1-9.

Webanalyse / Datenerfassung

Wir möchten diese Website fortlaufend verbessern. Dazu wird um Ihre Einwilligung in die statistische Erfassung von Nutzungsinformationen gebeten. Die Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden.

Welcher Dienst wird eingesetzt?

Matomo

Zu welchem Zweck wird der Dienst eingesetzt?

Erfassung von Kennzahlen zur Webanalyse, um das Angebot zu verbessern.

Welche Daten werden erfasst?

  • IP-Adresse (wird umgehend anonymisiert)

  • Gerätetyp, Gerätemarke, Gerätemodell

  • Betriebssystem-Version

  • Browser/Browser-Engines und Browser-Plugins

  • aufgerufene URLs

  • die Website, von der auf die aufgerufene Seite gelangt wurde (Referrer-Site)

  • Verweildauer

  • heruntergeladene PDFs

  • eingegebene Suchbegriffe.

Die IP-Adresse wird nicht vollständig gespeichert, die letzten beiden Oktette werden zum frühestmöglichen Zeitpunkt weggelassen/verfremdet (Beispiel: 181.153.xxx.xxx).

Es werden keine Cookies auf dem Endgerät gespeichert. Wird eine Einwilligung für die Datenerfassung nicht erteilt, erfolgt ein Opt-Out-Cookie auf dem Endgerät, welcher dafür sorgt, dass keine Daten erfasst werden.

Wie lange werden die Daten gespeichert?

Die anonymisierte IP-Adresse wird für 90 Tage gespeichert und danach gelöscht.

Auf welcher Rechtsgrundlage werden die Daten erfasst?

Die Rechtsgrundlage für die Erfassung der Daten ist die Einwilligung der Nutzenden nach Art. 6 Abs. 1 lit. a der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die Einwilligung kann auf der Datenschutzseite jederzeit widerrufen werden. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Datenverarbeitung bleibt davon unberührt.

Wo werden die Daten verarbeitet?

Matomo wird lokal auf den Servern des technischen Dienstleisters in Deutschland betrieben (Auftragsverarbeiter).

Weitere Informationen:

Weitere Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten finden sich in den Datenschutzhinweisen.