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11.12.2015
Cannabis kann Psychose-ähnliche Effekte im Rausch erzeugen. Bislang ist jedoch unklar, welcher biologische Mechanismus dem zugrunde liegt. Ein US-Forschungsteam hat nachweisen können, dass so genanntes neuronales Rauschen an diesem Prozess beteiligt sein könnte.

Bild: shadowtricks / photocase.com
Unsere Gehirnaktivität lässt sich messen. Im Elektroenzephalogramm, kurz EEG, wird die Arbeit unserer grauen Zellen in Form von Linien sichtbar. Je nachdem, ob der Mensch wach ist, die Augen zu hat oder einer bestimmten Tätigkeit nachgeht, zeichnet sich ein charakteristisches Muster ab. Bei Menschen, die an einer Psychose erkrankt sind, nimmt der Anteil zufälliger Ausschläge zu. Diese Zufallsaktivität wird als neuronales Rauschen bezeichnet. Neuronales Rauschens kann jedoch den Informationsaustausch im Gehirn stören.
Ein Forschungsteam unter der Leitung von Deepak Cyril D’Souza konnte bei gesunden Personen nachweisen, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Cannabiswirkstoff THC und der Zunahme des neuronalen Rauschens.
Im Versuchslabor hat das Team 24 Personen unterschiedliche Dosen THC oder ein nichtwirksames Placebo gespritzt. Weder die Teilnehmenden noch das Versuchspersonal wussten wer was bekommt. Im Anschluss wurde die Hirnaktivität der Versuchspersonen aufgezeichnet, während sie Aufgaben an einem Computerbildschirm bearbeiteten.
Die Ergebnisse machten einen dosisabhängigen Effekt sichtbar: Je mehr THC verabreicht wurde, desto stärker nahm das neuronale Rauschen zu. Gleichzeitig war ein Anstieg Psychose-ähnlicher Effekte bei den Teilnehmenden festzustellen. Dazu gehören beispielsweise wahnhafte Gedanken oder Halluzinationen.
Dieser Zusammenhang spreche nach Ansicht des Forschungsteams dafür, dass neuronales Rauschen nicht nur zur typischen Wirkung von Cannabis beiträgt, sondern auch die Grundlage ist für Psychose-ähnliche Symptome, da neuronales Rauschen auch bei der Schizophrenie beobachtet wurde.
Quellen:
Reduzierte Gehirnaktivierung bei starkem Cannabiskonsum (26.02.2025)
Wie sich die Cannabis-Wirkstoffe THC und CBD auf die Hirnaktivität auswirken (27.11.2024)
Sind Gedächtnisprobleme bei starkem Cannabiskonsum auf Schlafstörungen zurückzuführen? (23.10.2024)
Wie Cannabiskonsum mit schlechten Leistungen an der Uni zusammenhängt (21.08.2024)Webanalyse / Datenerfassung
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