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09.03.2018
Der Konsum von Methamphetamin, auch bekannt als Crystal Meth, scheint in Deutschland nur in einzelnen Regionen eine Rolle zu spielen. Hingegen zählen neue psychoaktive Substanzen inzwischen zu den am meisten konsumierten illegalen Drogen nach Cannabis. Das zeigt eine repräsentative Studie mit regionalen Auswertungen einzelner Bundesländer.

Bild: Kaesler Media / Fotolia.com
Die mediale Berichterstattung hat in den letzten Jahren stellenweise den Anschein erweckt, als wenn der Konsum von Crystal Meth immer weiter auf dem Vormarsch sei oder sich wie eine Welle scheinbar unaufhaltsam über Deutschland ausbreiten würde. Allerdings fehlten bislang belastbare Zahlen, die den vermeintlichen Trend belegen.
Das Institut für Therapieforschung in München hat nun eine gesonderte Auswertung einer im Jahr 2015 deutschlandweit durchgeführten Befragung vorgelegt. Die Stichproben in den Bundesländern Bayern, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen wurden erweitert, so dass repräsentative Daten für diese Bundesländer vorliegen.
Neben dem Konsum von Crystal Meth wurde auch die Verbreitung von sogenannten neuen psychoaktiven Substanzen ermittelt, abgekürzt NPS. NPS sind synthetisch, also künstlich hergestellte Substanzen, die ähnlich wirken wie bekannte Drogen. Darunter fallen beispielsweise Kräutermischungen, die synthetisch hergestellte Cannabinoide enthalten. Hinzu kommen Pillen, Pulver und Flüssigkeiten mit eher stimulierenden Wirkungen, die mitunter als Badesalz oder Research Chemicals vermarktet werden.
Der Auswertung zufolge variiert der Konsum von Crystal Meth in Abhängigkeit vom untersuchten Bundesland. Während in Sachsen immerhin 2 Prozent und in Thüringen 1,7 Prozent der Bevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren schon mal Crystal Meth konsumiert haben, trifft dies in Nordrhein-Westfalen nur auf 0,3 Prozent der Erwachsenen zu. In Hessen liegt dieser Wert bei 0,7 Prozent, in Hamburg sind es 0,9 Prozent und in Bayern 1,1 Prozent.
Das Forschungsteam um Studienleiterin Elena Gomes de Matos geht davon aus, dass in Sachsen und Thüringen die Grenznähe zur Tschechisches Republik verantwortlich ist für die stärkere Verbreitung, „da dort ein Großteil des in Europa verfügbaren Methamphetamins produziert wird.“
Deutlich wird aber auch, dass der Konsum von Crystal Meth bundesweit nicht besonders verbreitet ist. Zudem scheinen es die meisten Personen beim experimentellen Konsum zu belassen. Denn unter allen Befragten haben nur sechs Personen in Thüringen in den letzten 30 Tagen Crystal Meth konsumiert. Hochgerechnet sind das 0,2 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Thüringen.
Für den Konsum von neuen psychoaktiven Substanzen lassen sich hingegen keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den Bundesländern ausmachen. Die Verbreitung schwankt zwar zwischen 2,2 Prozent in Bayern und 3,9 Prozent in Hamburg. Die Unterschiede seien aber statistisch nicht signifikant.
Die neuen psychoaktiven Substanzen sind somit nach Einschätzung des Forschungsteams die am weitesten verbreiteten illegalen Drogen nach Cannabis. Für den Konsum von Crystal Meth gibt es zwar Hinweise, dass in Thüringen und Sachsen mehr Menschen von Suchtproblemen betroffen sind. Crystal Meth habe aber in keinem Bundesland die Rolle einer „Alltagsdroge“, wie es in den Medien teilweise dargestellt wird.
Quelle:
Gomes de Matos, E., Hannemann, T. V., Atzendorf, J., Kraus, L. & Piontek, D., Konsum von neuen psychoaktiven Substanzen und Methamphetamin. Dtsch Ärztebl Int, 115, 49-55.
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