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30.09.2020
Im Zuge der Corona-Krise mussten Clubs und Bars schließen. DJ-Livemusik findet nur noch im Internet statt. Dabei scheinen Drogen ebenfalls eine Rolle zu spielen, wie eine Studie aus den USA nahelegt.

Bild: Sightkick / photocase.de
Mitte März dieses Jahres wurde das gesellschaftliche Leben für eine Weile runtergefahren. Nicht nur in Deutschland, auch in den USA wurden die meisten Geschäfte geschlossen. Clubs und Bars wurden dicht gemacht, Festivals abgesagt. Doch Partys wurden weiterhin gefeiert, zumindest virtuell wie eine Studie der New York University aufzeigt.
Nach dem Corona-bedingten Lockdown hat die Partygemeinde nach Angaben von Studienleiter Joseph Palamar andere Wege gefunden, gemeinsam zu elektronischer Musik zu feiern. DJs legen in virtuellen Sessions Musik auf, das Partypublikum trifft sich im Video-Chat. Bei Letzterem spricht das Forschungsteam von der virtuellen Happy Hour. Die Happy Hour einer Bar wird vom Partypublikum gerne genutzt, um sich vor dem Clubbesuch zu treffen. Bei der virtuellen Happy Hour halten sich die Menschen jedoch in der eigenen Wohnung auf.
Das Forschungsteam wollte in Erfahrung bringen, ob virtuelle DJ-Sessions und virtuelle Happy Hours mit Drogenkonsum in Verbindung stehen. Denn in den Clubs und auf Partys werden vergleichsweise häufig Alkohol und illegale Drogen konsumiert.
Die Teilnehmenden der Studie wurden über Social-Media-Kanäle angesprochen. Gesucht wurden Personen, die in den Monaten vor dem Lockdown Clubs und Bars in New York besucht haben und illegale Drogen wie Cannabis, Ecstasy oder Kokain konsumierten. 128 Personen im Alter von durchschnittlich 23 Jahren haben an der Online-Befragung teilgenommen.
Von den Befragten, die gerne zu elektronischer Musik tanzen, haben 56 Prozent nach dem Lockdown an virtuellen DJ-Sessions und 70 Prozent an virtuellen Happy Hours teilgenommen. Meist wurde dabei Alkohol getrunken. Illegale Drogen spielten den Ergebnissen zufolge ebenfalls eine Rolle.
Etwa ein Drittel der Befragten gab an, während der virtuellen Treffen Cannabis konsumiert zu haben. 18 Prozent hätten während einer virtuellen DJ-Session auch andere illegale Drogen genommen. Darunter waren unter anderem Ecstasy, Kokain, Ketamin und LSD. In virtuellen Happy Hours hätten 8 Prozent noch weitere illegale Drogen eingenommen. Wer vor dem Corona-Lockdown mehrere Drogen konsumiert hat, tat dies den Ergebnissen zufolge auch mit höherer Wahrscheinlichkeit im Rahmen virtueller Sessions.
Einschränkend ist zu erwähnen, dass das Forschungsteam nicht danach gefragt hat, ob die Personen alleine vor dem Bildschirm waren oder Freundinnen und Freunde zugegen waren. Zudem war mit 62 Prozent ein vergleichsweise großer Anteil der Befragten weiblich. Das drogenkonsumierende Partypublikum ist aber in der Regel eher männlich. Auch wurden explizit nur drogenerfahrene Personen zur Teilnahme gebeten. Insofern sei die Stichprobe nur bedingt auf andere Personen übertragbar.
Die Ergebnisse würden aber Hinweise für die Prävention geben. So warnt das Forschungsteam, dass der Drogenkonsum mit besonderen Risiken verbunden sei könnte, wenn dieser alleine zuhause stattfinde. Während beispielsweise beim gemeinsamen Feiern in Clubs Freunde noch helfend einschreiten können, wären Konsumierende zuhause im Falle des Falles vermutlich auf sich gestellt.
Quelle:
Palamar, J. J. & Acosta, P. (2020). Virtual raves and happy hours during COVID-19: New drug use contexts for electronic dance music partygoers. International Journal of Drug Policy, https://doi.org/10.1016/j.drugpo.2020.102904.
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