Entzugssymptome bei Cannabisabhängigkeit erhöhen Rückfallrisiko

20.05.2016

Dauerhaft auf das Kiffen zu verzichten, das ist für so manch langjährig Konsumierenden kein leichtes Unterfangen. Kommen dann noch Entzugssymptome hinzu, fällt es den Ausstiegswilligen besonders schwer, konsumfrei zu bleiben.

Frau lliegt mit Kopf auf Tisch

Bild: inkje / photocase.com

Lange Zeit war umstritten, ob Cannabis Entzugssymptome verursachen kann. Inzwischen gibt es eine Reihe von Studien, die aufzeigen, dass sich nach langjährigem Konsum sowohl psychische als auch körperliche Entzugssymptome einstellen können.

Ein Forschungsteam an der University of Illinois in den USA hat untersucht, wie sich Entzugssymptome auf den Ausstieg aus dem Cannabiskonsum auswirken. Dazu wurden 110 junge Erwachsene befragt, die sich zu einer Cannabisentzugsbehandlung angemeldet haben. Drei Monate später wurden alle Beteiligten erneut kontaktiert, um zu erfahren, wie es ihnen ergangen ist.

Rückfällig nach 16 Tagen

Im Schnitt erlebten die Teilnehmenden zwei unterschiedliche Entzugssymptome. In den meisten Fällen waren das Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme oder Unruhe. Für die offizielle Diagnose eines Entzugssyndroms müssen mindestens drei Kriterien erfüllt sein. 85 Prozent der Teilnehmenden, die das offizielle Kriterium erfüllten, sind rückfällig geworden. Im Schnitt haben sie es nur 16 Tage ohne Cannabis ausgehalten.

Teilnehmende, die nicht die Kriterien eines Entzugssyndroms erfüllten, wurden zwar ebenfalls mehrheitlich rückfällig, sie konnten dem Wunsch nach einem Joint jedoch länger widerstehen und sind im Schnitt erst 24 Tage nach dem Cannabisausstieg rückfällig geworden.

Aktiver Umgang mit Entzugssymptomen

Die Schlussfolgerung des Forschungsteam lautet: Ausstiegswillige sollten möglichst schnell Hilfestellungen erhalten, die ihnen dabei helfen, aktiv mit Entzugssymptomen umzugehen. Denn die ersten Symptome stellen sich meist innerhalb der ersten 48 Stunden nach dem Ausstieg ein. So sei es sinnvoll, sich umgehend mit den Risikosituationen zu befassen, die erneuten Konsum auslösen können. Das Forschungsteam empfiehlt auch Sport zu treiben. Denn körperliche Aktivität kann nachweislich den Cannabisausstieg unterstützen.

Ein Rückfall bedeutet jedoch nicht, dass der Ausstieg gänzlich gescheitert ist. Viele der Teilnehmenden hatten zwar Rückfälle, oft haben sie den Ausstieg aber erneut in Angriff genommen. Dabei zeigte sich, dass ein dauerhafter Ausstieg umso wahrscheinlicher war, je länger die Periode bis zum Rückfall war.

Quellen:

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