Erbrechen nach Cannabis könnte fatale Folgen haben

15.06.2018

Manche Personen entwickeln eine Art Unverträglichkeit gegen das Kiffen und leiden unter Übelkeit und Erbrechen. Ein Fachartikel berichtet über Fälle, in denen Betroffene nach Brechattacken gestorben sind.

Mann hält seinen Kopf über einen grünen Eimer

Bild: Elnur / Fotolia.com

Als ihr Freund die 27-Jährige vorfand, lag sie bereits im Sterben. Ihr Puls war kaum noch vorhanden. Der eintreffende Rettungsdienst leitete zwar Wiederbelebungsmaßnahmen ein, doch es reichte nicht, um das Leben der jungen Frau zu retten. Zwei Stunden später war sie tot.

Seit acht Jahren litt die Frau unter wiederkehrenden Anfällen von Übelkeit und Erbrechen. Erst zwei Tage vor ihrem Tod war sie wegen heftiger Brechattacken im Krankenhaus, aus dem sie aber wieder entlassen wurde. Bei einer Untersuchung nach ihrem Tod wurden keine Organschäden gefunden, die als Todesursache in Betracht kamen. Da sie seit mehreren Jahren Cannabis konsumierte, wurden Komplikationen infolge eines Cannabis-Hyperemesis-Syndroms als Todesursache vermutet.

In einem weiteren Fall war ein 27-jähriger Mann bereits tot, als er gefunden wurde. In den Tagen zuvor musste er sich teils mehr als zehnmal am Tage übergeben. Er galt als langjähriger Cannabiskonsument, weshalb auch bei ihm Komplikationen infolge eines Cannabis-Hyperemesis-Syndroms als wahrscheinliche Todesursache angenommen wurde. Eingesunkene Augen und trockene Speicheldrüsen deuteten auf eine starke Dehydrierung, also Flüssigkeitsmangel hin.

Entgleister Elektrolythaushalt und Nierenversagen mögliche Todesursache

Wie kann das Erbrechen zum Tode führen? Starkes Erbrechen geht meist mit Flüssigkeitsverlust einher. Nach Aussagen des Ärzteteam könne dies zu einer Entgleisung des Elektrolythaushalts führen, was wiederum Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand zur Folge haben kann.

In den beiden oben beschriebenen Fällen konnten abnorme Elektrolytwerte ermittelt werden. Der 27-jährige Mann zeigte deutliche Anzeichen von Dehydrierung. Die Frau hatte zudem einen Bluterguss an der Zungenspitze, was auf einen vorherigen Krampfanfall hindeutet, der Folge eines entgleisten Elektrolythaushalts sein kann.

Nierenversagen durch Brechattacken

Auch könne akutes Nierenversagen eine Folge der Elektrolytstörung sein. Es seien bislang mindestens sechs Fälle bekannt, bei denen ein Cannabis-Hyperemesis-Syndrom akutes Nierenversagen zur Folge hatte. Das Ärzteteam macht allerdings keine klare Aussage dazu, ob Nierenversagen als Todesursache bezeichnet werden kann.

Zwar liefern die vorliegen Fälle noch nicht genügend Informationen, um starkes Erbrechen infolge von Cannabiskonsum sicher als Todesursache benennen zu können. Für Personen, die unter den genannten Symptomen leiden, kann aber festgehalten werden, dass Brechattacken durchaus gefährlich sein können. Nach bisherigem Kenntnisstand hilft nur der dauerhafte Ausstieg aus dem Cannabiskonsum, um die Symptome zu lindern.

Quelle:
Nourbakhsh, M., Miller, A., Gofton, J., Jones, G. & Adeagbo, B. (2018). Cannabinoid Hyperemesis Syndrome: Reports of Fatal Cases. J Forensic Sci, doi: 10.1111/1556-4029.13819.

Webanalyse / Datenerfassung

Wir möchten diese Website fortlaufend verbessern. Dazu wird um Ihre Einwilligung in die statistische Erfassung von Nutzungsinformationen gebeten. Die Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden.

Welcher Dienst wird eingesetzt?

Matomo

Zu welchem Zweck wird der Dienst eingesetzt?

Erfassung von Kennzahlen zur Webanalyse, um das Angebot zu verbessern.

Welche Daten werden erfasst?

  • IP-Adresse (wird umgehend anonymisiert)

  • Gerätetyp, Gerätemarke, Gerätemodell

  • Betriebssystem-Version

  • Browser/Browser-Engines und Browser-Plugins

  • aufgerufene URLs

  • die Website, von der auf die aufgerufene Seite gelangt wurde (Referrer-Site)

  • Verweildauer

  • heruntergeladene PDFs

  • eingegebene Suchbegriffe.

Die IP-Adresse wird nicht vollständig gespeichert, die letzten beiden Oktette werden zum frühestmöglichen Zeitpunkt weggelassen/verfremdet (Beispiel: 181.153.xxx.xxx).

Es werden keine Cookies auf dem Endgerät gespeichert. Wird eine Einwilligung für die Datenerfassung nicht erteilt, erfolgt ein Opt-Out-Cookie auf dem Endgerät, welcher dafür sorgt, dass keine Daten erfasst werden.

Wie lange werden die Daten gespeichert?

Die anonymisierte IP-Adresse wird für 90 Tage gespeichert und danach gelöscht.

Auf welcher Rechtsgrundlage werden die Daten erfasst?

Die Rechtsgrundlage für die Erfassung der Daten ist die Einwilligung der Nutzenden nach Art. 6 Abs. 1 lit. a der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die Einwilligung kann auf der Datenschutzseite jederzeit widerrufen werden. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Datenverarbeitung bleibt davon unberührt.

Wo werden die Daten verarbeitet?

Matomo wird lokal auf den Servern des technischen Dienstleisters in Deutschland betrieben (Auftragsverarbeiter).

Weitere Informationen:

Weitere Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten finden sich in den Datenschutzhinweisen.