Home > News > Aktuelle Meldungen > Gehirn erholt sich nach einem Jahr Abstinenz vom Kiffen
19.06.2015
Macht Kiffen dumm? Eine Reihe von Studien hat sich mit der Frage beschäftigt, ob der frühe Einstieg in den Cannabiskonsum zu bleibenden kognitiven Einschränkungen führt. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie deuten darauf hin, dass Leistungseinbußen bei moderatem Konsum nach längerer Abstinenz wieder verschwinden.

Bild: es.war.einmal.. / photocase.com
Vor der Mathearbeit noch einen Joint durchziehen? Ist sicher keine gute Idee. Zweifelsohne leiden wichtige kognitive Fähigkeiten wie Konzentration und Aufmerksamkeit im akuten Cannabisrausch. Das sollte sich in der Regel im nüchternen Zustand wieder geben. Doch wie verhält es sich, wenn Jugendliche in das Kiffen einsteigen? Schließlich finden von Beginn der Pubertät an bis ins junge Erwachsenenalter wichtige Reifungsprozesse im Gehirn statt. Kiffen kann diesen Prozess nachhaltig beeinträchtigen.
Es gibt eine Reihe von Studien, die dafür sprechen, dass der frühe Einstieg in das Kiffen kognitive Leistungsminderungen nach sich ziehen, die nicht vollständig verschwinden, wenn die Betroffenen wieder aufgehört haben zu kiffen. Eine Studie der Universität Pittsburgh in den USA liefert nun neue Daten. Demnach würde die kognitive Leistungsfähigkeit von Früheinsteigern, die wenig bis moderat konsumieren, spätestens nach einem Jahr Abstinenz wieder auf einem normalen Level sein.
Studienleiter Dustin Pardini und sein Team haben vorab die bisherige Forschungslage analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass die meisten Studien methodische Mängel aufweisen. So sei das Leistungsniveau der Jugendlichen vor dem Einstieg in das Kiffen häufig nicht ausreichend getestet worden. Auch seien weitere Einflussfaktoren wie der Konsum anderer Substanzen, Verhaltensstörungen in der Kindheit oder häufige Konflikte mit den Eltern nicht hinreichend berücksichtigt worden.
Pardini und sein Team haben die Daten von zwei groß angelegten Längsschnittstudien ausgewertet. Rund 2.800 Mädchen und Jungen und ihre Eltern wurden einmal pro Jahr zu verschiedensten gesundheitlichen Aspekten befragt. Die erste Befragung erfolgte im Alter von 11 Jahren, zur letzten waren die Jugendlichen 16 Jahre alt. Hinweise auf die kognitive Leistungsfähigkeit lieferten Einschätzungen der Eltern zu den schulischen Leistungen ihrer Kinder sowie zu Aufmerksamkeitsproblemen. Von den meisten Jugendlichen lagen somit Angaben zur kognitiven Leistungsfähigkeit aus der Zeit vor und nach dem Einstieg vor. Zudem hat das Forschungsteam eine Vielzahl weiterer möglicher Einflussfaktoren berücksichtigt.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich nur bei Mädchen eine geringe Verschlechterung der Aufmerksamkeit in der Phase des Konsums feststellen ließ. Ob die Jungen kifften oder nicht, hatte weder auf die Aufmerksamkeit noch auf die schulischen Leistungen einen Einfluss. Lag der letzte Cannabiskonsum ein Jahr oder länger zurück, waren auch bei den Mädchen keine Einbußen mehr messbar.
Nach Meinung des Forschungsteams würden ihre Ergebnisse der Annahme widersprechen, dass der frühe Einstieg in den Cannabis generell und dauerhaft kognitive Einschränkungen nach sich zieht. Einschränkend muss erwähnt werden, dass in früheren Studien zu diesem Thema überwiegend Jugendliche einbezogen wurden, die bereits früh damit begonnen hatten, regelmäßig oder sogar täglich Cannabis zu konsumieren.
In der Studie von Pardini und seinem Team konsumierten nur sehr wenige wöchentlich oder täglich. Viele der konsumerfahrenen Jugendlichen kifften sogar seltener als einmal im Monat. Insofern gelten die Ergebnisse der Studie nur für Jugendliche mit niedrigem bis moderatem Konsum. Dies sei nach Meinung des Forschungsteams ohnehin das am häufigsten anzutreffende Konsummuster bei Jugendlichen. Täglicher Konsum unter Jugendlichen sei eher eine Ausnahme.
Quelle:
Pardini, D., White, H. R., Xiong, S., Bechthold, J., Chung, T., Loeber, R. & Hipwell, A. (2015). Unfazed or Dazed and Confused: Does Early Adolescent Marijuana Use Cause Sustained Impairments in Attention and Academic Functioning? J Abnorm Child Psychol, DOI 10.1007/s10802-015-0012-0.
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