Hochpotenter Cannabis verdoppelt Risiko für psychotische Symptome

19.06.2024

Kiffen birgt Risiken. Vor allem, wenn Jugendliche hochpotenten Cannabis konsumieren. Eine Wiederholungsbefragung zeigt: Starkes Gras erhöht das Risiko für psychotische Symptome.

Bild: Kyrylo / photocase.de

Bei psychotischen Symptomen funktioniert unser Gehirn nicht wie gewohnt. Plötzlich sieht oder hört man Dinge, die Umstehende nicht wahrnehmen. Oder man hat seltsame Gedanken, die andere Menschen nicht nachvollziehen können. Das kann beispielsweise der Eindruck sein, dass andere meine Gedanken lesen oder es auf mich abgesehen haben.

Cannabiskonsum steht in der Forschung seit längerem im Verdacht, psychotische Symptome auslösen zu können. Insbesondere der Konsum von hochpotentem Cannabis wird in diesem Zusammenhang genannt. Ein Forschungsteam aus dem Vereinigtem Königreich hat nun Erkenntnisse aus einer Längsschnittstudie vorgelegt.

In einer Längsschnittstudie werden Personen in einem gewissen zeitlichen Abstand wiederholt befragt. In diesem Falle waren es 1.560 junge Menschen, die im Alter von 16 oder 18 Jahren erstmals dazu befragt wurden, ob sie Cannabis konsumieren. Im Alter von 24 Jahren wurden sie erneut befragt und gaben zudem Auskunft darüber, welche Sorte Cannabis sie seit dem Einstieg üblicherweise konsumieren. Neben „normalem“ Marihuana und Haschisch stand auch „stärkeres“ Gras, also Cannabis mit höherer Konzentration des Wirkstoffs THC zur Auswahl.

10 Prozent der jungen Menschen, die hochpotenten Cannabis konsumieren, hatten psychotische Symptome

Das Ergebnis: Von den Befragten, die schon mit 16 oder 18 Jahren hochpotenten Cannabis konsumierten, haben 10 Prozent bis zum Alter von 24 schon einmal psychotische Symptome erlebt. Dies traf aber nur auf 5 Prozent der Befragten zu, die Cannabis mit geringerem THC-Gehalt bevorzugten. 4 Prozent der Konsumierenden hochpotenter Sorten hatten diese Symptome besonders häufig oder als besonders belastend erlebt. Unter den Konsumierenden, die eher zu niedrigpotentem Cannabis greifen, erlebten nur 2 Prozent die Symptome als besonders belastend.

In ihrer Analyse kommt das Forschungsteam um Studienleiterin Lindsey Hines zu dem Ergebnis, dass hochpotenter Cannabis das Risiko für psychotische Symptome etwa verdoppelt. Der Vergleich gilt wohlgemerkt gegenüber dem Konsum von Cannabis mit niedrigerer THC-Konzentration.

Geringerer Wirkstoffgehalt reduziert Psychose-Risiko

Im Vergleich zu abstinenten Personen ist das Risiko noch höher, wie eine frühere Untersuchung unter der Leitung von Marta Di Forti vom King’s College London gezeigt hat. Die Forschenden hatten 2019 errechnet, dass sich das Psychose-Risiko beim täglichen Gebrauch von hochpotentem Cannabis sogar um das 5-fache gegenüber abstinenten Personen erhöht.

Generell empfehlen Forschende daher, zur Reduzierung des Psychose-Risikos möglichst nur Cannabissorten mit niedrigem THC-Gehalt zu gebrauchen. Nach Aussagen von Hines und ihrem Team habe Cannabis mit niedrigerem THC-Gehalt eine Wirkstoffkonzentration von unter 10 Prozent. Generell ist Cannabiskonsum für Jugendliche aber riskanter als für Erwachsene.

 

Quelle:

Hines, L. A., Heron, J. & Zammit, S. (2024). Incident psychotic experiences following self-reported use of high-potency cannabis: Results from a longitudinal cohort study. Addiction, https://doi.org/10.1111/add.16517

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