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01.08.2008
Wer bei Erkältung zu Mentholbonbons greift, um die Atemwege frei zu machen, würde vermutlich kaum auf die Idee kommen, dass die erfrischende Brise auch zur Nikotinsucht beiträgt. Als Zusatzstoff in Zigaretten kann es den Schmerz lindern, der durch den beißenden Qualm verursacht wird. Besonders jungen Menschen soll dadurch der Einstieg in das Rauchen erleichtert werden, konnten Recherchen in internen Dokumenten der Tabakindustrie aufdecken.
Menthol-Zigaretten kennen die meisten Raucherinnen und Raucher. Vermutlich weniger bekannt ist, dass Menthol in unterschiedlicher Konzentration in fast allen Zigaretten enthalten ist, auch in jenen, die nicht als Menthol-Zigaretten vermarktet werden. Etwa 90 Prozent der in den USA hergestellten Zigaretten enthalten Menthol, aber nur auf 27 Prozent der Packungen wird mit Menthol als Inhaltsstoff geworben. Die explizit mentholhaltigen Zigaretten enthalten zwischen 0,1 und 1 Prozent Menthol, während „normalen“ Zigaretten noch bis zu 0,03 Prozent Menthol zugesetzt wird.
Ein US-amerikanisches Forschungsteam hat in den internen Unterlagen der Tabakindustrie recherchiert und herausgefunden, dass die Zigarettenhersteller den Menthol-Gehalt der Zigaretten gezielt manipulieren, um unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen.
Zigaretten mit höherem Mentholgehalt würden demnach vor allem von Erwachsenen geraucht, besonders von jenen, die schon lange nikotinabhängig sind. Jüngere Raucherinnen und Raucher bevorzugen hingegen mildere Sorten mit weniger Mentholgehalt. Aufgrund dieser Erkenntnisse habe die Tabakindustrie gezielt neue mentholhaltige Zigarettenmarken eingeführt, um den jungen Raucherinnen und Rauchern den Einstieg in das Rauchen zu erleichtern. Denn Menthol macht nicht nur bei Erkältung die Atemwege frei, sondern entschärft auch den beißenden Qualm, der bei der Verbrennung von Tabak eingeatmet wird. Menthol wirkt schmerzlindernd und kühlend.
Eine Besonderheit in den USA ist die hohe Verbreitung von Menthol-Zigaretten in der afroamerikanischen Bevölkerung. Nach Angaben der Autorinnen und Autoren der Studie bevorzugen 70 Prozent der Afroamerikaner Menthol-Zigaretten, hingegen nur 30 Prozent der weißen US-amerikanischen Bevölkerung. Mit der Vermarktung von milden Menthol-Zigaretten sollen insbesondere die jungen Afroamerikaner angesprochen werden, um ihnen den Einstieg in das Rauchen, insbesondere von Zigaretten mit leichter Menthol-Note zu erleichtern.
„Dies ist ein weiterer Beweis für das zynische Verhalten der Tabakindustrie, die Jugendliche und Afroamerikaner zu einem süchtigen Verhalten verführen wollen, das potentiell tödlich ist“, sagt Gregory Connolly, Mitautor der Studie.
Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) kommen etwa 32 Prozent aller Probierer nicht mehr vom Rauchen los. Jährlich sterben bis zu 140.000 Menschen an den Folgen des Rauchens.
Quellen:
Wirkung von Zucker in Zigaretten kaum bekannt (07.12.2018)
Alkohol schlimmer als Heroin - sagt britischer Expertenrat (05.11.2010)
Bestimmte Gene erhöhen gleichzeitig Risiko für Sucht und psychische Erkrankungen (11.12.2024)
Führt Kiffen zum Tabakrauchen oder ist es andersherum? (25.09.2024)
Wie Yoga beim Drogenausstieg helfen kann (03.07.2024)Webanalyse / Datenerfassung
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