Meta-Studie zu Ecstasy belegt Gedächtnisprobleme

21.09.2007

Forscher der Universität Hertfordshire in Großbritannien haben in einer Meta-Analyse 26 Studien zusammengefasst, in denen die Auswirkungen des Ecstasykonsums auf die Gedächtnisleistungen untersucht wurden. Den Ergebnissen zufolge leiden sowohl das Kurzzeit- als auch das Langzeitgedächtnis darunter. Die Anzahl bisher konsumierter Ecstasypillen habe keinen Einfluss.

Keith Laws und Joy Kokkalis analysierten die Ergebnisse von insgesamt 26 Studien, in denen die Gedächtnisleistungen von Ecstasykonsumentinnen und -konsumenten mit denen von Nichtkonsumierenden verglichen wurden. Während einzelne Studien oft nur kleine Stichproben realisieren können, umfasst die Meta-Analyse über 600 konsumerfahrene Personen. Die Ergebnisse der Meta-Analyse haben somit einen höheren Stellenwert als die Befunde einzelner Studien.

In ihrer Analyse fanden die Autoren mittlere bis starke Unterschiede in den Gedächtnisleistungen der Ecstasyerfahrenen im Vergleich zur Kontrollgruppe. Im Schnitt wurden 72 Prozent der Ecstasykonsumierenden von den Ecstasyunerfahrenen übertroffen, wenn das Kurzzeitgedächtnis getestet wurde. Beim Langzeitgedächtnis zeigten sogar 81 Prozent der Ecstasyerfahrenen schlechtere Leistungen als die Personen der Kontrollgruppe.

Zudem fanden die Wissenschaftler keinen Effekt für die Anzahl bisher konsumierter Ecstasypillen. Das bedeutet, dass die Gedächtnisdefizite schon bei wenigen konsumierten Ecstasypillen auftreten können. Warum das so ist, darüber können die Autoren der Studie nur Vermutungen anstellen. Denkbar sei demnach, dass bereits die ersten Ecstasypillen das Gedächtnis schädigen und weiterer Konsum keinen bedeutsamen Einfluss mehr hat. Sie geben aber auch zu bedenken, dass die auf dem illegalen Markt erhältlichen Ecstasypillen sehr unterschiedliche Mengen an Ecstasy enthalten können, so dass am Ende keine gesicherte Aussage über eine Dosis-Wirkungsbeziehung getroffen werden könne.

„Um es zusammenzufassen, die Meta-Analyse bestätigt, dass Ecstasykonsumenten ein signifikant vermindertes Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis aufweisen, verglichen mit Nicht-Konsumenten“, resümiert Professor Keith Laws die Ergebnisse seiner Studie.

Quellen:
Pressemitteilung
Abstract der Studie

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