Soziale Fertigkeiten leiden unter Crystal Meth

16.03.2018

Eine neue Meta-Analyse belegt: Der Konsum von Methamphetamin, auch bekannt als Crystal Meth, ist mit Einbußen der kognitiven Leistungen verbunden. Vor allem die so genannten sozialen Kognitionen sind betroffen. Das Ausmaß der Einbußen ähnelt denen beim schädlichen Konsum von Alkohol.

Mann fässt sich fragend an den Kopf

Bild: Cello Armstrong / Fotolia.com

Kurzfristig steigt die Konzentrationsfähigkeit. Doch langfristig scheint der Konsum von Methamphetamin den kognitiven Leistungen eher zu schaden. Das legen die Ergebnisse einer aktuellen Meta-Analyse nahe, die von einem kanadischen Forschungsteam um Studienleiter Stéphan Potvin vorgelegt wurden.

Der Begriff Kognitionen beschreibt verschiedene intellektuelle Fähigkeiten wie Lernen, Erinnern, Aufmerksamkeit und exekutive Funktionen. Letztere sind komplexe Denkleistungen wie Entscheiden, Abwägen oder Planen. Im Alltag spielen unsere kognitiven Fähigkeiten eine wichtige Rolle, da auch das soziale Miteinander durch Kognitionen gesteuert wird. Die Einschätzung der Gedanken und Gefühle anderer Menschen oder die Zuschreibung von bestimmten Eigenschaften sind wichtige Grundlagen der sozialen Kommunikation. Sie werden auch als soziale Kognitionen bezeichnet.

Es gibt eine Reihe von Studien zum Einfluss des Konsums von Methamphetamin auf die kognitiven Leistungen. Nach Einschätzung von Potvin und seinem Team seien die sozialen Kognitionen bislang jedoch nicht hinreichend betrachtet worden.

In einer Meta-Analyse hat das Forschungsteam alle verfügbaren Studien zusammengefasst, in denen Konsumierende und Kontrollpersonen umfassend auf ihre kognitiven Fähigkeiten hin untersucht wurden. 44 Einzelstudien wurden einbezogen. Die Gesamtstichprobe umfasste 1.592 Konsumierende und 1.820 abstinente Vergleichspersonen.

Fast alle kognitiven Bereiche betroffen

Das Ergebnis der Analyse war eindeutig: In fast allen untersuchten kognitiven Bereichen lieferten Konsumierende schlechtere Leistungen ab als abstinente Personen. Am stärksten betroffen waren die Fähigkeit zur Impulskontrolle und die sozialen Kognitionen.

Zwar könne das Ausmaß der Defizite noch als moderat bezeichnet werden. Allerdings seien die Ergebnisse nach Einschätzung des Forschungsteams vergleichbar mit denen wie sie auch bei Personen mit problematischem Alkoholkonsum auftreten.

Besonders die Einbußen im Bereich sozialer Kognitionen werden vom Forschungsteam hervorgehoben, da hierdurch langfristig Probleme im Alltag der Konsumierenden entstehen können. Zwar könne nicht eindeutig belegt werden, dass die kognitiven Defizite tatsächlich eine Folge des Konsums sind. Denkbar sei auch der umgekehrte Fall. Das Team konnte in seinen Analysen aber sicherstellen, dass die Leistungseinbußen unabhängig vom Bildungsniveau sind. Dies spreche eher dafür, dass der Konsum tatsächlich Hirnschäden nach zieht, die sich in kognitiven Problemen bemerkbar machen.

Quelle:
Potvin, S., Pelletier, J., Grot, S., Hébert, C., Barr, A. & Lecomte, T. (2018). Cognitive deficits in individuals with methamphetamine use disorder: A meta-analysis. Addictive Behaviors, 80, 154-160.

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