Home > News > Aktuelle Meldungen > Überdosis Stimulanzien wird oft nicht erkannt
20.08.2025
Eine Überdosis mit Stimulanzien wie Kokain oder Methamphetamin kann lebensgefährlich sein. Eine Studie unter Konsumierenden zeigt, dass nicht immer medizinische Hilfe gerufen wird.

Bild: huettenhoelscher / iStock.com
Zwischen einem Rausch und einer Überdosis liegen bei manchen Drogen nur wenige Milligramm. Die meisten Todesfälle nach Überdosierungen werden durch Opioide wie Heroin oder Fentanyl verursacht. Die atemlähmende Wirkung von Opioiden kann mit dem Präparat Naloxon aufgehoben werden - wenn es rechtzeitig verabreicht wird.
Überdosierungen von Stimulanzien wie Kokain, Crack oder Methamphetamin sind bisher weniger gut erforscht. Ein US-amerikanisches Forschungsteam hat deshalb untersucht, wie häufig Drogennotfälle bei Stimulanzien auftreten und wie Personen reagieren, wenn sie selbst oder andere betroffen sind. Studienleiter Jaclyn Hughto und ihr Team haben 222 Menschen im Alter von 23 bis 73 Jahren befragt, die in den vergangenen 30 Tagen Stimulanzien konsumiert hatten.
In der Studie gab etwa ein Drittel der Befragten an, selbst schon einmal Symptome einer Stimulanzienüberdosis erlebt zu haben. Rund zwei von fünf Befragten hatten eine Überdosis bei einer anderen Person miterlebt. Die am häufigsten genannten Gründe für eine Überdosis waren zu große Mengen und zu hochkonzentrierte Drogen. In den meisten Fällen war Crack die Ursache. Aber auch Kokain und Methamphetamin waren häufige Auslöser. Ecstasy zählt ebenfalls zu den Stimulanzien mit Überdosis-Risiko, wurde von den Forschenden jedoch nicht untersucht.
Deutlich wurde, dass der Notruf nicht in allen Fällen von Überdosierungen getätigt wurde. Nur in etwa einem Drittel der Situationen, in denen die Befragten selbst betroffen waren, und bei knapp der Hälfte der beobachteten Überdosierungen hatten sie die Notrufnummer gewählt. Bei besonders starken Symptomen war die Wahrscheinlichkeit jedoch höher, dass Hilfe gerufen wurde.
Besonders bei Notfällen nach Crack-Konsum und wenn die Person bereits mehrfach Überdosierungen miterlebt hatte, blieb der Notruf öfter aus. Die Forschenden vermuten, dass die Beteiligten aus Angst vor Strafe sich selbst schützen oder andere nicht belasten wollten. Wenn Überdosierungen häufiger selbst erlebt oder beobachtet werden, könne sich auch ein Normalisierungseffekt einstellen. Die Situation werde dann weniger gefährlich wahrgenommen.
Jeder fünften Person der Studie war nicht bekannt, dass sie oder Betroffene in der Regel straffrei bleiben, wenn sie in den USA den Notruf absetzen und illegale Drogen eine Rolle spielen. In Deutschland sind Betroffene ebenfalls geschützt, weil Ärztinnen und Ärzte oder Rettungspersonal der Schweigepflicht unterliegen.
In der Studie hat sich auch gezeigt, dass viele der Konsumierenden eine Überdosis womöglich nicht erkennen. Eine von vier Personen glaubte sogar, dass eine Überdosis von Stimulanzien nicht möglich sei. Viele der Befragten konnten einzelne Symptome zwar nennen, aber die Beschreibungen waren häufig unvollständig.
Bevor das Forschungsteam die Studienteilnehmenden zu persönlich erlebten Überdosierungen befragte, legte es ihnen daher eine Liste mit moderaten bis schweren Symptomen vor, die typisch sind für eine Überdosierung mit Stimulanzien. Dazu zählen:
Daraus können sich auch extrem schwere Symptome entwickeln wie ein Krampfanfall, Schlaganfall oder Herzstillstand. Bei Verdacht auf eine Überdosis sollte daher am besten umgehend die europaweite Notrufnummer 112 angerufen werden. Im Krankenhaus werden Betroffene medizinisch überwacht, um bei weiteren Komplikationen schnell helfen zu können. Dies schließt auch die Gabe von Beruhigungsmitteln wie Benzodiazepine ein. Darüber hinaus gibt es für Laien einige Tipps, die bei einem Drogennotfall und Bewusstlosigkeit helfen.
Quellen:
Anhaltende Herzschäden auch nach Abstinenz von Alkohol und Kokain (13.08.2025)
Kokain Check - Neuer Selbsttest zum Kokainkonsum (29.11.2023)
Zunahme von Gewalt durch Kokainhandel in Europa (01.06.2022)
Frühe Anzeichen einer Psychose stehen mit Drogenkonsum in Zusammenhang (20.03.2024)Webanalyse / Datenerfassung
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