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19.06.2019
Eine US-Studie hat aufgezeigt, dass Cannabiskonsum mitunter den Einstieg in das Tabakrauchen bahnen könnte.

Bild: Addictive Stock / photocase.de
Zuerst Cannabis und danach der Einstieg in das Tabakrauchen? Ja, diese Reihenfolge gibt es. Manche Menschen rauchen ihren ersten Joint, bevor sie mit Tabak in Kontakt kommen. Dies gilt zumindest in den USA, wo der Konsum von Cannabis in den letzten Jahren zugenommen hat. Im gleichen Zeitraum war das Tabakrauchen auf dem absteigenden Ast. Lange Zeit machten die Bürgerinnen und Bürger der USA ihre ersten Konsumerfahrungen fast immer mit Tabak, bevor sie Cannabis probierten. Doch inzwischen gibt es immer mehr Fälle, in denen sich die Reihenfolge beim ersten Konsum dieser Substanzen umgekehrt hat.
Frühere Studien haben bereits zeigen können, dass Cannabiskonsum generell häufiger mit dem Tabakrauchen in Zusammenhang steht. Ein Forschungsteam um Studienleiterin Renee Goodwin hat Daten einer repräsentativen US-Längsschnittstudie genutzt und überprüft, wie die Situation aktuell in den USA ist. In der Studie wurden über 26.000 Personen der erwachsenen Bevölkerung zweimal im Abstand von einem Jahr zu ihren Konsumgewohnheiten befragt. Die Befragungen fanden zwischen 2013 und 2015 statt.
Den Ergebnissen zufolge hatten Personen, die zum ersten Befragungszeitpunkt noch nie geraucht haben, aber Erfahrung mit Cannabis aufwiesen, mit einer bis zu 7-fach höheren Wahrscheinlichkeit ein Jahr später mit dem Rauchen angefangen. Cannabiskonsumierende haben zudem deutlich seltener erfolgreich mit dem Rauchen aufgehört und hatten höhere Rückfallraten in das Rauchen als cannabisabstinente Personen. Einschränkend geben die Autorinnen und Autoren zu bedenken, dass unklar ist, inwiefern die Ergebnisse auch für Konsumierende außerhalb der USA gelten.
Nach Einschätzung des Forschungsteams gibt es eine Reihe von möglichen Erklärungen für den engen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Tabakrauchen. Auf neurobiologischer Ebene sei das Endocannabinoid-System auch an der Nikotinabhängigkeit beteiligt. Beispielsweise konnte nachgewiesen werden, dass Cannabiskonsum die Abhängigkeit von Nikotin fördert. Zudem gibt es nach Aussagen des Forschungsteams gute Belege, dass die Neigung zum Cannabiskonsum und zum Tabakrauchen teilweise durch die gleichen genetischen, sozialen und Umweltfaktoren beeinflusst werden.
Personen, die ihren Cannabiskonsum reduzieren oder ganz aufhören wollen, würden daher nach Einschätzung von Goodwin und ihrem Team gut daran tun, auch das Tabakrauchen anzugehen, spricht: komplett rauchfrei zu werden. Andersherum dürften Personen, die das Tabakrauchen einstellen wollen, auch davon profitieren, wenn sie nicht mehr kiffen. Denn einer Studie zufolge fällt es Menschen schwerer, das Tabakrauchen einzustellen, wenn sie Cannabis konsumieren.
Quelle:
Weinberger, A., H., Delnevo, C. D., Wyka, K., Gbedemah, M., Lee, J., Copeland, J. & Goodwin, R. D. (2019). Cannabis use is associated with increased risk of cigarette smoking initiation, persistence, and relapse among adults in the US. Nicotine & Tobacco Research, ntz085.
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