Home > News > Aktuelle Meldungen > Wie Cannabis mit traumatischen Erfahrungen und Paranoia zusammenhängt
20.05.2026
Cannabis wirkt nicht bei allen Menschen gleich. Eine aktuelle Studie legt nahe, dass Menschen mit traumatischen Erfahrungen aus der Kindheit stärker unter Paranoia leiden, wenn sie kiffen.

Bild: Serghei Turcanu / iStock.com
Warum gucken die so komisch? Reden die über mich? Manchmal sind es nur kleine Auslöser. Ein kurzer Blick in der U-Bahn, jemand flüstert einer anderen Person etwas zu. Das alles kann zufällig passieren. Manche Menschen nehmen ihre Umwelt jedoch verzerrt war, sind besonders misstrauisch, fühlen sich verfolgt oder bedroht. Das Fachwort für diese psychische Störung lautet: Paranoia.
Hinter der Neigung zu paranoiden Gedanken können sich traumatische Erfahrungen aus der Kindheit verbergen. Die Forschung liefert zudem Hinweise, dass Cannabiskonsum Paranoia verschlimmern kann. Ein Forschungsteam unter der Leitung von Guilia Trotta vom King’s College London hat das Zusammenspiel zwischen Trauma, Paranoia und Cannabis genauer unter die Lupe genommen.
Trotta und ihr Team haben eine nach eigenem Bekunden vergleichsweise große Studie mit 4.736 Erwachsenen aus der Allgemeinbevölkerung durchgeführt. Das Durchschnittsalter lag bei 32 Jahren. 28 Prozent von ihnen haben noch nie gekifft, 54 Prozent waren aktuell Konsumierende, 17 Prozent hatten früher konsumiert.
Immerhin berichteten etwas mehr als die Hälfte aller Befragten von irgendeiner traumatischen Erfahrung aus der Kindheit. Dabei zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang mit Paranoia: Je mehr die Befragten von Kindheitstraumata betroffen waren, desto stärker ausgeprägt war ihre Neigung zu paranoiden Gedanken. Besonders deutlich war der Zusammenhang bei emotionalen Misshandlungserfahrungen und körperlicher Gewalt.
Aber auch andere traumatisierende Erfahrungen spielten eine Rolle. Mobbing, sexueller Missbrauch, Vernachlässigung und häufiger Streit im Elternhaus gingen ebenfalls mit erhöhten Paranoia-Werten einher, wenn auch etwas schwächer ausgeprägt.
Die Forschenden erklären diesen Zusammenhang damit, dass frühe Erfahrungen von Gewalt oder emotionaler Unsicherheit langfristig das Vertrauen in andere Menschen beeinträchtigen können. Wer in der Kindheit häufig mit bedrohlichen Erlebnissen konfrontiert war, seien sie emotionaler oder physischer Natur, hat ein erhöhtes Risiko, soziale Situationen später eher als feindselig zu interpretieren.
Den Ergebnissen zufolge scheint Cannabis den Zusammenhang zwischen Trauma und Paranoia noch zu verschlimmern: Je mehr die Betroffenen wöchentlich kifften, desto höher war der Schweregrad der Paranoia. Das betraf besonders Menschen mit traumatischen Kindheitserfahrungen. Aber auch unabhängig von Kindheitstraumata hatte Cannabiskonsum einen verstärkenden Effekt auf paranoide Gedanken.
Die Forschenden konnten zudem aufzeigen, dass sich Cannabis nicht auf alle Arten von traumatischen Erfahrungen gleich auswirkt. Vor allem bei emotionaler Misshandlung in der Kindheit und häufigem Streit im Elternhaus wirkt sich Cannabis verstärkend auf das Erleben von Paranoia aus.
Die Forschenden betonen, dass die Missbrauchserfahrungen in der Kindheit der treibende Faktor hinter Paranoia sind. Cannabis könne die vorhandene Verletzlichkeit jedoch weiter verschlimmern.
Aus Sicht des Forschungsteam seien Strategien der Schadensminimierung sinnvoll. Dazu gehören beispielsweise die:
Vor allem sei es wichtig, dass Menschen mit traumatischen Erfahrungen möglichst frühzeitig Hilfe in Anspruch nehmen. Hilfe zu Fragen rund um Cannabis bieten Drogenberatungseinrichtungen, entweder online oder vor Ort. Die Beratung ist kostenlos. Beraterinnen und Berater unterliegen der Schweigepflicht.
Quelle:
Wer häufig Cannabis konsumiert, verspürt weniger Vorfreude (03.02.2026)
Mehr Psychosen nach der Cannabis-Legalisierung? (09.12.2025)
Höheres Risiko für psychiatrische Probleme bei Konsum von hochpotentem Cannabis (31.12.2024)
Stigmatisierung ist ein Problem unter Cannabis-Konsumierenden (31.03.2026)Webanalyse / Datenerfassung
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