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News-Archiv


Archiv Jahr 2009


14.08.2009

Nichts gelernt?

Der Abend fängt fröhlich an, Alkohol fließt in großen Mengen. Doch immer häufiger endet einer Studie der Gmünder Ersatzkassezufolge so ein Abend im Krankenhaus. Die Studie kommt darüber hinaus zu dem Ergebnis, dass Jugendliche, die mit einer Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert wurden, kaum Konsequenzen für ihr Trinkverhalten daraus ziehen.

„Nie wieder Alkohol“ ist ein häufig gehörter Vorsatz nach einer durchzechten Nacht. Doch bei den meisten hält die Einsicht nicht lange vor. Diese Alltagsbeobachtung wird nun auch durch eine Studie der Gmünder Ersatzkasse (GEK) bestätigt. In einer Befragung von Jugendlichen, die wegen Alkoholmissbrauchs in ein Krankenhaus eingeliefert wurden, gaben zwar 83 Prozent an, weniger zu trinken. Verglichen mit Jugendlichen, die keinen Krankenhausaufenthalt aufgrund einer Alkoholvergiftung hatten, tranken sie aber weiterhin deutlich häufiger und mehr Alkohol. 17 Prozent der Befragten haben ihren Konsum nach dem Krankenhausaufenthalt gar nicht verändert oder trinken sogar mehr.

Die langfristige Entwicklung verdeutlicht, dass die Häufigkeit der Krankenhausaufenthalte aufgrund von Alkoholproblemen seit 1990 stetig zugenommen hat. Bis 2008 stieg die Behandlungsrate bei Jungen um mehr als das 5-fache, bei Mädchen um den Faktor 4,8.
Für die Untersuchung befragte das Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsforschung (ISEG) im Auftrag der GEK 1.168 Jugendliche, die in den vergangenen drei Jahren mindestens einmal wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus waren. Parallel wurde eine etwa gleich große Gruppe Jugendlicher befragt, die bisher einen unauffälligen Alkoholkonsum zeigte. Das Alter der Studienteilnehmer lag zwischen 14 und 20 Jahren.

Befragt wurden die Jugendlichen unter anderem danach, wie oft sie in den letzten 30 Tagen Alkohol getrunken haben. Die Jugendlichen mit Krankenhauserfahrung tranken danach an 10,5 Tagen, wohingegen die Jugendlichen der Kontrollgruppe nur 6,2 Konsumtage angaben. Was das Rauschtrinken anbelangt, betreiben weiterhin mehr als doppelt so viele Jugendliche der „Krankenhaus-Gruppe“ Rauschtrinken. Der Alkoholkonsum wurde in der Studie dann als Rauschtrinken klassifiziert, wenn eine „übliche Trinkmenge pro Trinkgelegenheit“ von 6 oder mehr alkoholischen Getränken angegeben wurde. Während nur 13 Prozent der Kontrollgruppe dieses Trinkmuster angaben, wurde diese Frage von 32,4 Prozent der Jugendlichen mit Krankenhauserfahrung bejaht.

Dass ein Krankenhausaufenthalt die Jugendlichen nicht davon abhalten kann weiter zu trinken sehen die Forscher vor allem darin begründet, dass die Jugendlichen weiterhin positive Wirkerwartungen mit dem Konsum verbinden. Außerdem spielt der Freundeskreis eine wichtige Rolle: Der Verzicht auf Alkohol fällt umso schwerer je mehr Alkohol im Freundeskreis getrunken wird.

Quellen:
Gmünder Ersatzkasse (Pressemitteilung)
GEK-Report Krankenhaus 2009