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30.06.2017

Persönlichkeit beeinflusst Risiko für Horror-Trip bei Halluzinogenen

Einer aktuellen Studie zufolge haben Menschen mit einer labilen Persönlichkeit ein erhöhtes Risiko für beängstigende Rauscherfahrungen unter dem Einfluss von Halluzinogenen.

Frau mit ängstlichen Gesichtsausdruck

Bild: cliersch / photocase.de

Die Wirklichkeit ist plötzlich eine andere: Farben scheinen zu leuchten. Dinge, die sich für gewöhnlich nicht bewegen, bilden fließende oder wabernde Strukturen. Das Ich-Gefühl scheint sich aufzulösen. Halluzinogene Drogen rütteln an den Grundfesten unseres Bewusstseins und können einschneidende emotionale Erlebnisse erzeugen.

Halluzinogene Wirkung schwer vorhersehbar
Der Trip kann sowohl durch eine euphorische Grundstimmung geprägt sein als auch starke Angst auslösen. Manche Menschen haben sogar das Gefühl, wahnsinnig zu werden oder zu sterben. Das Problem ist, dass der durch LSD, Pilze & Co. hervorgerufene Rausch nur schwer vorhersehbar ist.

Bekannt ist, dass die Qualität des Trips sowohl durch die Erwartungen der konsumierenden Person beeinflusst werden als auch durch äußere Bedingungen wie dem Ort des Konsums oder anwesenden Personen. Eine weitere Variable, die Einfluss auf die Wirkung nimmt, ist die Persönlichkeit. Ein Forschungsteam der Johns Hopkins Universität in den USA hat untersucht, welche Aspekte der Persönlichkeit mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Horror-Trip nach sich ziehen.

Das Team hat zwei Online-Befragungen durchgeführt und Angaben von insgesamt fast 3.000 Personen erhalten. Alle hatten Erfahrung mit Psilocybin-Pilzen [Link 4]. Den Ergebnissen zufolge hatten Personen, die als neurotisch oder als emotional labil beschrieben werden können, besonders häufig schlechte Erfahrungen mit Halluzinogenen gemacht. Neurotische Menschen neigen zu Ängsten und Schwermütigkeit, sind öfter besorgt oder launisch.

Schwierigkeiten, „sich fallen zu lassen“

Eine neurotische Persönlichkeit würde sich nach Angaben des Forschungsteams vor allem dadurch auszeichnen, dass die Personen meist negativ auf Stress im Alltag reagieren. Diese Eigenschaft könne unter dem Einfluss von Halluzinogenen problematische Folgen haben. So hätten emotional labile Menschen eher Probleme damit, „sich fallen zu lassen“ und die Wirkung der Droge zu akzeptieren.

Wer Schwierigkeiten habe „sich fallen zu lassen“, könne unter dem Einfluss von Halluzinogenen daher eher mit Angst reagieren, so dass der Rausch sich zu einem Horror-Trip entwickelt.

Quelle:
Barrett, F., Johnson, M. W. & Griffiths, R. R. (2017). Neuroticism is associated with challenging experiences with psilocybin mushrooms. Personality and Individual Differences, 117, 155-160.

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