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14.02.2014
Häufiges Koksen ist nicht nur ungesund, auch das Verhältnis zu den Mitmenschen leidet. Einer Studie zufolge reagiert das Belohnungssystem von Kokainkonsumierenden bei sozialen Kontakten weniger stark als das von abstinenten Personen.

Bild: ay caramba / photocase.com
Häufiges Koksen hat seinen Preis. Abgesehen von den finanziellen Folgen leidet nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Beziehungsfähigkeit zu anderen Menschen. Studien zufolge verfügen Kokainkonsumierende über weniger Einfühlungsvermögen und haben dementsprechend Schwierigkeiten, sich in andere hineinzuversetzen. Die Folge ist meist ein kleineres soziales Netzwerk als bei Nicht-Konsumierenden.
Ein deutsch-schweizerisches Forschungsteam um Katrin Preller und Boris Quednow hat möglicherweise eine Erklärung für die reduzierten sozialen Fähigkeiten gefunden. Kokainkonsumierende würden demnach den Kontakt zu anderen Menschen als weniger belohnend empfinden. Sie sind gewissermaßen emotional abgestumpft für soziale Kontakte.
Das Forschungsteam hatte Kokainkonsumierende und abstinente Personen mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie durchleuchtet, während sie Teil einer simulierten sozialen Interaktion waren. Sie betrachteten einen Avatar, eine künstliche Figur, auf einem Bildschirm und führten gemeinsame Aktionen durch. Den Testpersonen wurde vermittelt, dass der Avatar eine echte Person sei, die wie sie selbst im Nebenraum die gleiche Aufgabe ausführt.
Dabei zeigte sich, dass bei Kokainkonsumierenden ein bestimmter Teil des Belohnungssystems, der so genannte mediale Orbitofrontalkortex, weniger stark aktiviert wird. „Kokain-Konsumenten empfinden sozialen Austausch offenbar als weniger angenehm und belohnend als Kokain-unerfahrene Personen“, erklärt Boris Quednow.
Diese Veränderungen der Hirnaktivität könnten laut Preller und Quednow zumindest teilweise erklären, warum Kokainabhängige trotz sozialer Probleme mit der Familie oder mit Freunden weiter konsumieren. Die reduzierte Belohnung durch soziale Interaktion könnte außerdem dazu führen, dass Kokainabhängige im Verlaufe der Abhängigkeit immer mehr unterstützende Sozialkontakte verlieren, was wahrscheinlich zur Aufrechterhaltung der Sucht beitrage.
„Zur Behandlung der Kokainabhängigkeit sollten verstärkt soziale Fähigkeiten, wie Empathie, Perspektivenübernahme und prosoziales Verhalten trainiert werden, um den langfristigen Erfolg der Therapie zu steigern“, schlagen Preller und Quednow vor.
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