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09.09.2016
Zwei aktuelle Studien liefern Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem regelmäßigen Konsum von Energydrinks und dem Gebrauch psychoaktiver Substanzen bei Jugendlichen.

Bild: MarioGuti / iStockphoto.com
Glaubt man der Werbung sollen Energydrinks die Leistungsfähigkeit steigern, wach halten oder gar Flügel verleihen. In Verbindung mit Alkohol tauchen die meist extrem süßen Limonaden mit erhöhtem Koffeingehalt häufig im Kontext von Partys auf. Die beliebte Mischung von Energydrinks und Alkohol täuscht über die tatsächliche Trunkenheit hinweg, kann dadurch die Entstehung einer Alkoholabhängigkeit fördern und zuweilen fatale Folgen haben.
Auch einige Jugendliche greifen häufig zu der aufputschenden Brause. Zwei aktuelle Studien liefern nun Hinweise darauf, dass der regelmäßige Konsum von Energydrinks bei Schülerinnen und Schülern im Zusammenhang steht mit dem Konsum anderer psychoaktiver Substanzen.
Im Rahmen einer US-Studie wurden fast 4.000 Schülerinnen und Schüler im US-Bundesstaat Virginia zu ihrem Gesundheitsverhalten befragt. Über 40 Prozent der durchschnittlich 15 Jahre alten Jugendlichen gab an, im letzten Monat mindestens einmal einen Energydrink konsumiert zu haben. Je nach Menge an konsumierten Energydrinks im letzten Monat wurden die Probanden in drei Gruppen eingeteilt.
Mit 57 Prozent hatte der Großteil der Schülerinnen und Schüler in dem Monat vor der Befragung keine Energydrinks konsumiert. Etwa 30 Prozent zählte mit ein bis fünf konsumierten Energydrinks zu den selten Konsumierenden. Einen regelmäßigen oder häufigen Konsum von sechs oder mehr Energydrinks im letzten Monat zeigten etwa 13 Prozent der Jugendlichen. Anschließend überprüften die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, ob die Häufigkeit des Konsums von Energydrinks im Zusammenhang steht mit dem Konsum anderer Substanzen, wie Tabak, Alkohol oder illegalen Drogen.
Tatsächlich hatten die Jugendlichen mit einem häufigen oder regelmäßigen Konsum von Energydrinks signifikant häufiger legale und illegale Rauschmittel genutzt als ihre Altersgenossen. Annähernd zwei von drei Jugendlichen die regelmäßig Energydrinks konsumierten, hatten nach eigenen Angaben bereits Erfahrung mit Alkohol. Verglichen mit nur einem Drittel unter den Jugendlichen die keine Energydrinks getrunken hatte.
Das gleiche Bild zeigte sich bezüglich Cannabis: Unter den Fans der aufputschenden Brause hatten annähernd 50 Prozent bereits Cannabis konsumiert, verglichen mit 20 Prozent bei den Jugendlichen die auf Energydrinks verzichtet hatten. Aufgrund der einmaligen Befragung können die US-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler allerdings keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Energydrinks und dem Konsum psychoaktiver Substanzen herstellen. Zudem beziehen sich die Daten der Studie lediglich auf einen einzelnen Schulbezirk im US-Bundesstaat Virginia. Somit ist nicht ausgeschlossen, dass es sich bei den beobachteten Ergebnissen um ein lokales Phänomen handelt.
Diese Einschränkungen werden durch eine weitere Studie aus der Schweiz zum gleichen Thema jedoch weitestgehend ausgeräumt. Im Rahmen dieser Studie wurden gut 600 Schweizer Schülerinnen und Schüler im Abstand von zwei Jahren zweimal befragt. Im Alter von 14 Jahren sollten sie bei der ersten Befragung angeben, ob und wie häufig sie Energydrinks konsumieren und ob sie bereits Erfahrungen mit Alkohol, Zigaretten oder Cannabis haben.
Wie in der US-Studie ging der regelmäßige Konsum von Energydrinks auch bei den Schweizer Jugendlichen einher mit einer deutlich erhöhten Wahrscheinlichkeit, andere psychoaktive Substanzen zu konsumieren: Unter den Jugendlichen, die mit 14 Jahren wöchentlich oder häufiger Energydrinks zu sich nahmen, hatten bereits 25 Prozent Cannabis konsumiert. Unter den Jugendlichen die auf Energydrinks verzichteten, waren es lediglich 4 Prozent.
Zwei Jahre später, im Alter von 16 Jahren, wurden die Schweizer Jugendlichen erneut zu ihrem Gebrauch von psychoaktiven Substanzen befragt. Und die Hypothese der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bestätigte sich: Schülerinnen und Schüler die mit 14 Jahren regelmäßig Energydrinks konsumierten, hatten auch zwei Jahre später signifikant häufiger Erfahrungen mit dem Konsum von Tabak, Alkohol und Cannabis gemacht als ihre Altersgenossen.
Beide Studien liefern letztlich keinen konkreten Hinweis, warum der Konsum von aufputschender Limonade einhergeht mit dem Konsum anderer psychoaktiver Substanzen. Womöglich jedoch, so eine These der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sprechen Energydrinks vor allem solche Personen an, die eher eine erhöhte Risikobereitschaft zeigen und somit auch legalen wie illegalen Rauschmitteln gegenüber weniger abgeneigt sind.
Quellen:
Barrense-Dias, Y., Berchtold, A., Akre, C., & Surís, JC. (2016). Consuming energy drinks at the age of 14 predicted legal and illegal substance use at 16. Acta Paediatr. 2016 Aug 11. doi: 10.1111/apa.13543.
Polak, K., Dillon, P., Koch, J. R., Miller, W., Thacker, L. & Svikisa, D. (2016). Energy drink use is associated with alcohol and substance use in eighth, tenth, and twelfth graders. Prev Med Rep. 2016 Dec; 4: 381-384. doi: 10.1016/j.pmedr.2016.06.019
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